Schreibblockaden: Der Trick, schnell und gut zu schreiben

 

Haben Sie schon einmal vor  dem leeren Blatt gesessen und Ihnen fiel nichts ein? Oder es war Ihnen nichts gut genug? Schuld daran kann Ihr Perfektionsdrang sein. Wie Sie diesen austricksen und dadurch schneller und besser schreiben, zeigt dieser Artikel.

Schreiben gehört zu den Schlüssel-Kompetenzen in der Selbstständigkeit.

Ob Blogartikel, Newsletter, Forenbeiträge, Mailings, Angebote – gut und schnell schreiben zu können, bringt Ihnen viele Vorteile.

Doch immer wieder erlebe ich Selbstständige im Schreib-Stress. Sie quälen sich, etwas zu Papier zu bringen. Sie wissen nicht, wie sie es formulieren sollen. Sie finden keinen Anfang. Und oftmals stirbt der Artikel, bevor er das Licht der Welt erblickt hat.

Das muss nicht sein.

Jeder kann schreiben oder es zumindest lernen.

Schreiben ist eine Sache der Übung. Doch wenn Sie nie anfangen oder zu selten schreiben, dann bleibt es holprig.

Je mehr Sie üben, umso leichter fällt es.

Der folgende Trick hilft Ihnen dabei.

Tricksen Sie Ihren Perfektionsdrang aus.

Perfektionsdrang ist eins der wesentlichen Hindernisse, die ich immer wieder beobachte. Und zwar fehlgeleiteter Perfektionsdrang.

Nach Perfektion zu streben, ist nicht generell schlecht. Fehlgeleitet ist der Perfektionsdrang, wenn er an der falschen Stelle ansetzt und dadurch mehr blockiert als hervorbringt.

Wenn Selbstständige mit dem Schreiben nicht „zu Potte“ kommen, liegt das oftmals an dem Anspruch, dass der Artikel sofort perfekt sein muss.

Doch das ist in mehrfacher Hinsicht problematisch:

  • Es hindert am Schreiben.
  • Es macht unnötigen Druck.
  • Es kann die Qualität des Geschriebenen sogar beeinträchtigen.

Ein kleiner Trick kann einen Riesen-Unterschied machen:

Erlauben Sie sich, erst einmal einen Entwurf zu schreiben.

Schreiben ist ein Prozess, der mehrere Phasen umfasst, auf die ich hier nicht im Detail eingehen will. Eine davon ist der Entwurf. Eine andere ist die Überarbeitung.

Wenn Sie erst einen Entwurf schreiben und zu einem späteren Zeitpunkt überarbeiten (10 Minuten später, eine Stunde später, einen Tag später), kommen Sie letztlich schneller voran und der Text wird besser:

  • Mit der inneren Erlaubnis, erst einen Entwurf zu schreiben, entfällt ein großer Teil des Drucks und der Anfang gestaltet sich leichter.
  • Sie können es einfach fließen lassen, ohne sofort jedes Wort kritisch zu überprüfen.
  • Ein gewisser Abstand zwischen der Entwurfsphase und der Überarbeitungsphase hilft Ihnen, den Text objektiv zu sehen und die Qualität zu verbessern. Oft tauchen auch noch neue Ideen auf.

Und das Wichtigste: Sie produzieren ein Erfolgserlebnis.

Sie haben etwas auf dem Blatt stehen, vielleicht sogar schon etwas recht Gutes. Aber auch wenn es noch sehr „roh“ ist, haben Sie etwas Schwarz auf Weiß.

Da Sie sich die Erlaubnis gegeben haben, dass dieser Text ein Entwurf ist, stellt jedes Wort, das Sie geschrieben haben, einen Erfolg dar.

Wenn Sie hingegen mit dem Anspruch herangehen, dass der Text sofort perfekt sein müsse, sind Miss-Erfolgserlebnisse vorprogrammiert.

Was ist Ihnen lieber? Erfolg oder Misserfolg? Und was sind Ihre Tricks?

BIldquelle: knipseline / pixelio.de

 

Monika BirknerMonika Birkner, Strategieberaterin und Business Transformation Coach, unterstützt Selbstständige und Unternehmer (KMU), ihr Business auf die nächsthöhere Stufe zu bringen und dabei Erfolg, Erfüllung und Sinn zu verbinden.
 
Hier können Sie den Business Transformation Letter kostenfrei abonnieren: http://blog.monika-birkner.de/newsletter/

7 Kommentare

  1. Am 14. Januar 2013 um 18:54 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo Frau Birkner,

    ich stimme Ihren Tipps vollkommen zu. Früher habe ich mir einfach ein weißes Blatt Papier und einen Bleistift geschnappt und die Inhalte gezeichnet. Das reichte aufgrund mangelnder Fähigkeiten nicht aus, aber die Ideen flossen in die Hand, in den Stiftl und schriftlich auf das Papier :-) . Wenn es mal gar nicht funktioniert, zeichne ich immer noch etwas hin oder verlege die Aufgabe nach hinten, später. Geht es nicht, bewege ich mich draußen. Manchmal fehlt es an der nötigen Pause.

    Viele Grüße
    Silke Bicker

    • Am 17. Januar 2013 um 17:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Das mit dem Zeichnen reizt mich mal auszuprobieren. Gute Idee.

      Ich habe auch noch einen Trick. Wenn ich blockiert bin, kann ich mich innerlich wieder ‘verflüssigen’, wenn ich Fragen zum Thema stelle. Ich schreibe, möglichst ohne groß nachzudenken, alle Fragen auf, die mir einfallen. Anschließend kann ich sie ordnen und schreibe etwas zu denen, die mir am leichtesten oder reizvollsten erscheinen.

      Schönen Gruß
      Sigrun Gürschner

    • Am 17. Januar 2013 um 22:27 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Liebe Frau Bicker,

      Zeichnen und Bewegung erlebe ich als wunderbare Möglichkeiten, um wieder in Fluss zu kommen. Ich denke, es liegt an dem Wechsel der Ausdrucksform, hin zum Nonverbalen. Danke für Ihre Erfahrung.

  2. Am 17. Januar 2013 um 23:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Liebe Frau Gürschner,

    das ist auch ein super Trick. Ich meine, mal gehört zu haben, dass unser Gehirn irgendwie so “programmiert” ist, dass es Fragen beantworten möchte. Das würde den Erfolg Ihrer Methode erklären.

  3. Am 28. Januar 2013 um 22:47 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es ist sogar so, dass es schon hilft, bei einer Schreibblockade einfach weiter Kringel auf das Blatt zu malen. Der Trick dabei ist, dass der Stift nicht abgesetzt wird, also auf dem Papier bleibt. Es ist egal, was gemalt wird, Kringel oder Linien ohne darüber nachzudenken, haben sich bewährt. Nach kurzer Zeit löst sich die Blockade wieder und man ist wieder im Fluss. Das ununterbrochene Malen hält unser Gehirn im Schreibfluss und veranlasst es mit neuen Ideen anzuknüpfen.

    einfach mal ausprobieren!

    • Sigrun Gürschner
      Am 29. Januar 2013 um 12:43 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Bloß, wie mache ich das an der Tastatur? Meist tippe ich Texte sofort in den PC.

    • Am 29. Januar 2013 um 21:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Liebe Frau Steldinger,

      das klingt super. Werde ich mit Sicherheit mal ausprobieren.

      Und was die Tastatur betrifft, liebe Frau Gürschner: Ich kann ja einfach wild auf die Tasten hauen, so als ob eine Katze darüber liefe.

      Oder ich nehme solange Stift und Papier, bis mir wieder etwas einfällt, das ich in den PC eingeben kann.

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