Große Pläne und unerwartete Hindernisse – eine einfache Methode für solche Fälle

 

Wie immer auch Ihre Pläne, Ziele und Vorsätze für das neue Jahr aussehen – eins passiert mit Sicherheit: Sie kommen in Situationen, in denen Sie schlicht nicht in der richtigen Verfassung sind, um Ihre Vorhaben einzuhalten. Vielleicht sind Sie gesundheitlich angeschlagen, haben ein Stimmungstief, sind nicht in der richtigen Energie für das, was Sie sich vorgenommen hatten, zum Beispiel einen Blog-Artikel zu schreiben.

Oder äußere Hindernisse machen Ihre Planungen zunichte:  der PC ist zu langsam, alle Leute, die Sie anrufen wollen, sind nicht erreichbar, das Auto streikt.

Je nach persönlichem Temperament, Dringlichkeit der geplanten Aufgabe und genereller Arbeitssituation kann einen das schon mal aus der Fassung bringen. Was mir in solchen Situationen mehr und mehr hilft, ist eine relativ einfache Methode:

Statt mich weiter über die Situation zu ärgern oder mich sonstwie schlecht zu fühlen,  ändere ich den Fokus.

Ich frage mich: „Was geht denn?“

Und dann tue ich das.

  • Statt den Blog-Artikel zu schreiben, bei dem sich die Worte verweigern, sortiere ich meine Unterlagen für den Steuerberater.
  • Statt Routineaufgaben zu erledigen, nutze ich die Gunst der kreativen Stunde, um erste Ideen für ein neues Webinar aufzuschreiben.
  • Statt mit dem PC zu hadern, suche ich mir eine Aufgabe, für die ich den PC nicht brauche.

Der Effekt ist in der Regel, dass über kurz oder lang das ursprüngliche Hindernis behoben ist und ich das tun kann, was ich eigentlich vorhatte. Doch die Zwischenzeit war nicht verloren.

Ganz im Gegenteil: Ich habe etwas anderes erledigt. Ich habe mich selbst daran gehindert, in unerwünschte Gefühle zu verfallen oder darin allzu lange zu verharren. Ich habe mir bewiesen, dass ich Herr der Situation bin, wie immer die äußere Situation aussieht.

Diese Technik ist auf der einen Seite sehr einfach. Doch gleichzeitig ist sie schwierig.

Die Herausforderung besteht darin, bewusst den Fokus-Wechsel zu vollziehen.

Es ist einfacher, in alten Mustern zu bleiben, zum Beispiel sich zu ärgern, statt nach konstruktiven Lösungen zu suchen. Doch es bringt nichts.

Für uns Selbstständige ist es wichtig, gut mit unserer Zeit zu haushalten und ebenso mit unserer Energie. Daher bevorzuge ich den beschriebenen Weg, zumindest in solchen Situationen, in denen es nicht um ganz zeitkritische Dinge geht.

Welche Methoden kennen und nutzen Sie?

Bildnachweis: Kurt Michel  / pixelio.de

 

Monika BirknerMonika Birkner, Strategieberaterin und Business Transformation Coach, unterstützt Selbstständige und Unternehmer (KMU), ihr Business auf die nächsthöhere Stufe zu bringen und dabei Erfolg, Erfüllung und Sinn zu verbinden.
 
Hier können Sie den Business Transformation Letter kostenfrei abonnieren: http://blog.monika-birkner.de/newsletter/

13 Kommentare

  1. Posted 5. Januar 2013 at 11:15 | Permalink

    In solchen Situationen nutze ich sgerne “die Gunst der Stunde” und gehe eine Runde spazieren. Das klärt den Kopf, verschafft Bewegung und danach geht vieles gleich sehr viel leichter.
    Ich wünsche Ihnen und allen LeserInnen ein erfolgreiches und fokussiertes Jahr!
    Herzliche Grüße
    Ulrike Bergmann

  2. Posted 5. Januar 2013 at 14:05 | Permalink

    Liebe Frau Bergmann,

    danke, auch Ihnen ein gutes neues Jahr. Spazieren gehen kann auch sehr nützlich sein, das stimmt. Eine Runde um den Block kann schon ausreichen. Noch schöner ist es natürlich in der Natur.

  3. Posted 5. Januar 2013 at 18:48 | Permalink

    Liebe Frau Birkner

    in solchen Siduationen tauche ich jetzt in die Ruhe und fühle wo in meinem Körper nehme ich etwas war. Ich fühle bis ich einen Punkt spüre und Frage dann; was möchtest Du mir gerne mitteilen? aber nicht aus dem Kopf heraus, sondern ganz verbunden.

    Jetzt frage ich auch nach dem Namen, früher machte ich dies nicht und sah nur Bilder, aber ich merke, egal was für ein Name kommt, so kann ich die Person direkt ansprechen und es geht schneller. Bei mir waren dies bis jetzt Personen die ich kannte, aber zum Teil nicht mehr auf unserer irdischen Erde weilen.

    Dann Frage ich; “worauf möchtest Du mich hinweisen oder etwas lernen”. Manchmal dauert es etwas länger, aber meistens kommt auch gleich eine Antwort, ansonsten Frage ich bis was kommt. Dann gehe ich in den Dialog und frage nun weiter; “wenn ich das erledige worauf du mich hinweist, ist dann deine Unruhe oder Auftrag erledigt, erfüllt und könntest du mir helfen und bist du bereit einen neuen Auftrag anzunehmen”.

    Ich spreche mein Anliegen aus und bitte um Hilfe…und schwupps jeder nimmt seinen Auftrag an und ich bedanke mich.

    Meistens gehe ich zwar nicht gleich sofort an die Aufgabe heran, aber ich erledige es, denn ich will den Auftrag erfüllen :-)
    Ich sollte es vielleicht Mal ausprobieren und direkt danach an mein Hinderniss gehen. Aber bis jetzt machte ich eher eine Pause sei es für 1-2 Stunden oder einen Tag.

    Und ich sehe, dass auch meine Kontaktperson (Seele) seinen Auftrag am erfüllen ist.
    So habe ich schon etliche Probleme lösen können und es geht immer wie schneller.

    Ist einfach Mal etwas ANDERS aber für mich super toll. Im übrigen kann man diese Metode gerne auch im Büchlein “Frage dich Glücklich” von Sonja Ariel und Siranus Sven von Staden nachlesen und vieles mehr.

    Alles Liebe und ein erfolgreiches glückliches neues Jahr wünsche ich Ihnen und allen Bloglesern.

    Sonnige Grüsse aus Gran Canaria
    Jeannette Riner

    • Posted 6. Januar 2013 at 18:33 | Permalink

      Liebe Frau Riner,

      danke schön für diese Methode, die sicher für viele neu ist. Ich bin schon gespannt aufs Ausprobieren.

  4. Posted 6. Januar 2013 at 14:57 | Permalink

    Liebe Frau Birkner,

    den Fokus ändern- das ist eine sehr gute Anregung und auch eine schöne Formulierung! Das klingt auch nicht so nach ausweichen oder sich drücken, sondern eben auch nach einem klaren “Programm”.

    Vor allem geht es aber auch in zwei Richtungen:
    einmal wie von Ihnen beschrieben, wenn Dinge nicht klappen, nicht gut von der Hand gehen, Hindernisse auftreten oder man gerade ein Brett vor dem Kopf hat.

    Ich kenne (und nutze) es aber auch anders herum, wenn ich vielleicht eine Sache geplant habe und merke, dass plötzlich aber eine ganz andere Sache auftaucht und ich gerade eine super Idee habe und die Worte für einen Blogbeitrag oder ein neues Seminar mir aus dem Hirn sprudeln. Auch dann bleibe ich nicht an dem Vorhaben kleben, weil ich es mir für heute notiert habe, sondern nutze diesen Energieschub. Denn in solchen Flow-Situationen kommt auch meist etwas gutes heraus. Schneller, kreativer als sonst.

    Auch da ist Ihre Anregung sehr hilfreich: das nicht womöglich mit schlechtem Gewissen machen, sondern einen Moment innehalten und sich ganz bewusst dafür entscheiden.

    • Posted 6. Januar 2013 at 18:36 | Permalink

      Liebe Frau Klein,

      ich kenne es auch in beide Richtungen und auch die Variante mit schlechtem Gewissen (oft genug erlebt:-)). Durch eine klare Entscheidung bringt man sich selbst in die steuernde Rolle und kann sich selbst auch dementsprechend wahrnehmen. Andernfalls fühlt man sich oft einfach nur mies.

  5. Posted 6. Januar 2013 at 15:45 | Permalink

    Liebe Frau Birkner,
    liebe Kommentatorinnen,

    Sie geben da tolle Anregungen, die ich mir merken werde. Gestern hatte ich gerade so eine Situation. Da mache ich dann zum Beispiel das hier:

    Ich nehme mir mein Notizbuch (eines, wo ich einfach jederzeit reinschreibe, was gerade aus dem Kopf will. Hauptsache es ist aus dem Kopf auf dem Papier).
    Dann schreibe ich alles auf, was ich heute schon geschafft habe (und wenn es nur die Spülmaschine ist, die ich ausgeräumt habe oder die Hunde gefüttert)
    Das gibt mir meistens einen kleinen Energieschub – und es macht mich zufriedener.
    Entweder reicht das dafür, das ursprünglich Vorgenommene anzupacken.
    Oder eben nicht…

    …doch dann hab ich aber wenigstens das Gefühl, irgendwie trotzdem selbstbestimmt zu sein (denn ich habe ja schon etwas geschafft, wenn auch nicht das, was ich ursprünglich wollte).

    Die Frage “Was geht denn” werde ich mir auf jeden Fall in das Buch eintragen.

  6. Posted 6. Januar 2013 at 18:42 | Permalink

    Liebe Frau Dinkel,

    das Aufschreiben gehört zu meinen Lieblingsmethoden in vielerlei Zusammenhängen. Ich bin immer wieder total erstaunt, was dabei alles zutage kommt und auch, welche neuen Ideen möglicherweise auftauchen, wenn der Kopf mal von all dem anderen befreit ist.

    Das aufzuschreiben, was schon geschafft ist, finde ich ebenfalls sehr nützlich. Ich mache es oft abends beim Rückblick auf den Tag. Und auch dabei finde ich immer wieder erstaunlich, was alles auftaucht und wie man dazu neigt (ich zumindest), selbst größere Erfolge schon bis zum Abend fast wieder vergessen zu haben.

    Die Kombination von beidem, wie Sie sie vorschlagen, finde ich super. Damit lassen sich sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Unf auf jeden Fall fühlt man sich besser, was ich für sehr wichtig halte.

  7. Posted 6. Januar 2013 at 20:24 | Permalink

    Liebe Blogleser von Frau Birkner

    das ist ja toll was da alles zusammen getragen wird – herzlichen Dank

    Wie Frau Birkner und Frau Dinkel arbeite ich auch sehr gerne mit Notizbücher und vor allem am Abend mein Dankbarkeits-Notizbuch ist mir sehr wichtig geworden. Ich halte Rückschau auf meinen Tag und bedanke mich in kurzen Stichworten oder Sätzen für meine Ergebnisse oder Ereignisse, schätze, achte mein Wirken und bin dafür sehr Dankbar was ich geleistet , erlebt oder gutes getan habe.

    Es bereichert mich und erst jetzt mit der Zeit wirkt es unheimlich motivieren, denn ich stelle fest, um so länger ich das mache, es kommt da so vieles zusammen und es bestärkt mich sehr. Man ist sich ja manchmal gar nicht so richtig Bewusst was man so den ganzen lieben Tag leistet und doch sind es doch sehr viele Dinge und habe sehr viel geschafft.

    Diese Notizen dienen mir manchmal auch zum etwas wieder in Erinnerung rufen oder nachschlagen

    • Posted 7. Januar 2013 at 10:51 | Permalink

      Liebe Frau Riner,

      das mit dem Dankbarkeits-Notizbuch finde ich ganz toll!

      Auch ich führe seit zwei Wochen endlich wieder eines und freue mich jeden Abend auf die kleine Rückschau. Es gleicht einem echten Training, sich auf das Positive zu besinnen und nicht alles als selbstverständlich anzusehen.

      Bin schon gespannt, was bis zum Jahresende 2013 alles zusammenkommt. Das möchte ich dann gerne in einem Silvster-Ritual zelebrieren.

    • Posted 7. Januar 2013 at 15:03 | Permalink

      Liebe Frau Riner, liebe Frau Dinkel,

      Wer dankbar ist, hat immer mehr Grund, dankbar zu sein, habe ich irgendwann gelesen. Das stelle ich auch immer wieder fest. Aufzuschreiben, wofür ich dankbar bin, gehört daher auch für mich zu meinen regelmäßigen Ritualen. Es bereichert in vielerlei Hinsicht.

      Die Idee mit dem Silvesterritual finde ich sehr schön.

  8. Posted 26. Februar 2013 at 11:11 | Permalink

    Hier werden ja wirklich tolle Anregungen zusammen getragen…

    Ihre Methode erinnert mich an die Logik des Effectuation-Ansatzes: Mittelorientierung, Bewusstsein über die verfügbaren Ressourcen, Unerwartetes als Hebel zu benutzen und dabei eventuell noch Innovation erzeugen und die Einsicht, dass die Zukunft nicht vorhersagbar ist.
    de.wikipedia.org/wiki/Effectuation

    Intuitiv gehen wahrscheinlich viele Menschen so vor, aber ich finde es sehr hilfreich, dieses bewusst als Methode anzuwenden.

  9. Posted 28. Februar 2013 at 15:29 | Permalink

    Liebe Frau Pfeiffer,

    es ist jetzt das zweite Mal in einer Woche, dass jemand auf den Effectuation-Ansatz hinweist. Jetzt wird es aber Zeit, mich damit einmal zu befassen:-). Danke schön!

    Die Zukunft ist nicht vorhersehbar – aber gestaltbar:-).

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