Warum haben gute Coaches zu wenig Kunden?

Meine Blogpause ist schneller beendet, als abzusehen war. Nun geht es weiter mit dem versprochenen Anschlussbeitrag zu Wenn gute Coaches nicht genug Kunden haben. Heute gehe ich auf fünf wichtige Gründe ein, warum gute Coaches nicht genug Kunden haben.

Grund Nr. 1: “Einbeinigkeit” – Fachkompetenz wird überbetont und Marketingkompetenz unterbetont

Auf einem Bein alleine steht sich schlecht. Das gilt auch im Business.

Viele Coaches verlassen sich zu stark auf ihre fachliche Kompetenz als einzigem Standbein und vernachlässigen das zweite Standbein Marketing.

Grund Nr. 2: Negative Denkweisen und limitierende Glaubenssätze allgemeiner Art und aus der Profession des Coaches heraus

Coaches haben ein doppeltes Handicap, wenn es um negative Denkweisen und limitierende Glaubenssätze geht.

Zum einen teilen Coaches die begrenzenden Einstellungen von Selbstständigen aus anderen Berufsgruppen gegenüber Marketing beziehungsweise ihrer eigenen Fähigkeit zum Marketing: „Wenn ich Marketing betreibe, zeige ich, dass ich es nötig habe“ – „Ich will niemandem lästig fallen“ – „Ich will/kann (mich) nicht verkaufen“…

Zusätzlich kommen erschwerende Glaubenssätze aus der Profession des Coaches beziehungsweise aus der Coachingbranche hinzu: „Coaching kann man nicht so vermarkten wie andere Leistungen“ – „Mit Coaching kann man kein Geld verdienen“….

Beides zusammen ergibt einen fatalen Gift-Cocktail.

Grund Nr. 3: Ein den unternehmerischen Erfolg sabotierendes Geschäftsmodell

Die besonderen Fähigkeiten und Methoden von Coaches können – wenn es um das Business geht – ein Schuss nach hinten sein.

Ein Beispiel ist Kurzzeitcoaching, das den Klienten hilft, in kürzester Zeit Lösungen für das anstehende Problem zu finden.

Doch wenn jeder Klient nur 3 Stunden bleibt, bedeutet das einen unverhältnismäßigen hohen Marketingaufwand, um immer wieder in kurzer Folge neue Klienten zu gewinnen.

Bedeutet das nun, dass man Klienten „mit Gewalt“ an sich binden soll?

Keineswegs. Das würde mit Sicherheit niemandem guttun.

Doch wie ist folgender Gedanke? Jedes gelöste Problem schafft neue Probleme. Und auch dabei kann der Klient Unterstützung gebrauchen.

Das Problem „nicht genug Kunden“ beispielsweise wandelt sich, wenn es gelöst ist, in das Problem „Wie kann ich den Ansturm bewältigen?“ oder „Wie gewinne ich mehr Freizeit?“ oder „Wie entwickele ich mein Geschäftsmodell weiter, um mehr Kunden helfen zu können?“.

Und außerdem geht es nicht nur um Lösung aktueller Probleme, sondern – zumindest in meiner Art von Coachings – um Wachstum und Transformation. Dabei gibt es immer neue Hürden zu überwinden und die Erfahrung zeigt, dass Klienten, die lange und regelmäßig mit mir zusammenarbeiten, die beeindruckendsten Entwicklungen vorzuweisen haben, sowohl geschäftlich wie auch persönlich.

Grund Nr. 4: Fehlende Spezialisierung

„Ich kann jeden coachen“ – „Coaching kann jeder gebrauchen“. So denken viele Coaches. Und in gewisser Weise haben sie Recht.

Doch für die Kundengewinnung ist es wichtig, dass der Kunde sich wieder erkennt. Er ist nicht „jeder“, sondern er hat ein ganz spezielles Anliegen.

Die Orientierung am Anliegen des Kunden ist das Entscheidende. Mehr dazu in meinem Beitrag Einer der Gründe, der die Kundengewinnung unnötig schwer macht.

Grund Nr. 5: Fehlendes Handwerkszeug

Gerade für Coaches ist wichtig, dass sie authentisches und  gleichzeitig effektives Marketing betreiben. Es gilt, das Marketing zu finden, das zu einem passt, und zu wissen, wie man es praktisch umsetzt.

Die kleinen „Tipps & Tricks“ können dabei entscheidend sein für den Erfolg. Diese zu kennen, kann auch eine wichtige Abkürzung bedeuten. Denn bis man alles selbst herausgefunden hat, kann viel Zeit vergehen.

Und vieles findet man nicht alleine heraus, sondern indem man von anderen lernt, wie das zum Beispiel in meinem 90-Tage-Coaching-Programm “Immer genug Kunden” der Fall ist.

Im dritten und letzten Beitrag dieser Serie, der in den nächsten Tagen erscheint, gehe ich ein auf fünf Möglichkeiten der Kundengewinnung.

Vorab interessiert mich noch Ihre Erfahrung. Wie erkennen Sie sich wieder in den oben genannten Gründen? Wie haben Sie diese möglicherweise schon überwunden? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Alle 10 bis 14 Tage neu: Mein Business Transformation Letter.

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6 Kommentare

  1. Erstellt am 30. Januar 2012 um 15:55 | Permanent-Link

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Seit einigen Jahren veranstalte ich Marketing-Workshops für Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber. Es ist jedesmal dasselbe. Sie kommen in den Workshop mit ihrem Flyer und erwarten, dass wir über die Gestaltung dieses Papiers reden. Ich muss dann jeweils sanft den Weg in Richtung ‘Grundlagen Marketing’ lenken ;-)

  2. Erstellt am 31. Januar 2012 um 14:53 | Permanent-Link

    Hallo Frau Birkner,

    wenn man so drüber nachdenkt, hängen viele der negativen Einstellungen, die Sie in Punkt 2 beschreiben, mit einer sehr egozentrischen Weltsicht zusammen: “ICH will nicht verkaufen”, “ICH habe kein Marketing nötig”, “ICH will nicht lästig fallen” usw.

    Bei solchen Überzeugungen bleibt der Kunde außen vor, es geht nur um den Anbieter.

    Wenn ich aber den Fokus auf den Kunden verlege (“IHM geht es mit meiner Beratung besser, ER wird erfolgreicher usw.”), dann tu ich mich auch leichter mit dem Marketing, es fühlt sich dann ganz natürlich und nicht mehr aufgepfropft an. Dazu muss ich natürlich auch entsprechend nützliche Angebote im Gepäck haben.

    Liebe Grüße
    Doris Doppler

    • Erstellt am 31. Januar 2012 um 16:17 | Permanent-Link

      Hallo Frau Doppler
      Sie sagen es: Marketing ist unanständig. Wobei die meisten Praxisinhaberinnen und -inhaber unter Marketing nur Werbung resp. Marketingkommunikation verstehen. Und das Verrückte: Sie wollen daran nichts ändern. Die vielen Bemühungen, Ärzte zu einem Praxismarketing zu bringen, scheiterten letztlich am Willen, an ihrem Verhalten etwas zu ändern. Selbst die Verbindung der Schweizer Aerzte (FMH) weigerte sich, dieses Thema in ihren Ausbildungskatalog aufzunehmen. Dabei gibt es immer mehr Aerzte, die ein Problem mit dem Ptientenrückgang haben! Liebe Grüsse Hans Stalder

  3. Erstellt am 1. Februar 2012 um 19:35 | Permanent-Link

    Liebe Frau Dr. Doppler,

    Sie sprechen den entscheidenden Punkt an: Den Übergang vom egozentrischen Weltbild zu einem, das den Kunden in den Vordergrund rückt. Wenn dieser Übergang gelungen ist, wird alles viel leichter.

  4. Erstellt am 1. Februar 2012 um 19:36 | Permanent-Link

    Hallo Herr Stalder,

    also viele Ansatzpunkte für Aufklärungs- und Veränderungsarbeit.

Ein Trackback

  1. [...] einem früheren Beitrag bin ich auf die Gründe eingegangen, warum selbst gute Coaches häufig zu wenig Kunden haben. Heute erläutere ich verschiedene Maßnahmen, wie sich dieser Zustand ändern [...]

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