Immer mal wieder, und speziell in den letzten Wochen des Jahres, sortiere ich Newsletter aus, die ich nicht mehr regelmäßig lese. Denn nur so kann Raum für Neues entstehen – und gerade aktuell bereite ich etwas Neues für 2012 vor, das weit über alles hinausgeht, was ich bisher gemacht habe. Dafür brauche ich Zeit.
Bei der Abmeldung von Newslettern mache ich allerdings immer wieder die erstaunlichsten – und zum Teil auch ärgerliche – Erfahrungen. Daher möchte ich heute kurz ein paar Tipps dazu geben, die sich an Newsletter-Herausgeber richten, aber auch für Abonnenten interessant sein können.
1. Klare Info
Lassen Sie Ihre Leser wissen, wie man sich von Ihrem Newsletter wieder abmelden kann. Am einfachsten ist der personalisierte Abmeldelink, den die meisten Provider anbieten. Wenn Sie die Abmeldung manuell vornehmen, teilen Sie Ihren Lesern mit, was dafür nötig ist, zum Beispiel eine Mail (leer oder mit speziellem Betreff/Text) an eine bestimmte Mail-Adresse.
Ärgerlich ist, wenn man diese Information nirgendwo findet und sich „gefangen“ fühlt. In einem Fall musste ich mehrfach mit der EDV-Abteilung eines Unternehmens korrespondieren, bis sich endlich ein Weg fand, mich von der Liste zu löschen. Keine angenehme Erinnerung.
2. Einfachheit
Ebenfalls unangenehm und lästig ist es, wenn man erst seine Mail-Adresse eingeben muss, um sich abmelden zu können. Manche Newsletter-Betreiber lassen diese Adresse nicht erkennen, sondern im Adressfeld lese ich dann nur „Monika Birkner“ und muss alle meine Mail-Adressen durchtesten.
3. Keine Überraschungen
Was ich auch schon erlebt habe, sind Abmeldebestätigungen per Mail, die verlangen, dass man noch einen besonderen Link anklicken muss (analog dem Double Opt-in wohl ein Double-Opt-out).
Da so etwas nicht sehr häufig vorkommt, rechnet der ahnungslose Leser nicht damit und wundert sich beziehungsweise ist verärgert, wenn er den Newsletter, den er vermeintlich abbestellt hat, weiter erhält.
4. Halten Sie die Tür offen für eine Wiederkehr
Der Abmeldevorgang kann also durchaus seine Tücken haben.
Machen Sie es Ihren Lesern nicht schwer. Sorgen Sie lieber dafür, dass man Sie in positiver Erinnerung behält.
Denn Sie können nie wissen, ob der Leser nicht über kurz oder lang zurückkehrt. Das habe ich bei meinem Business Transformation Letter schon des Öfteren erlebt und mich natürlich immer sehr gefreut.
Ebenfalls erfreulich finde ich, wenn Leser mir noch eine extra Info schicken, weshalb sie sich abmelden, und ich so erfahre, dass sich zum Beispiel die Lebensumstände geändert haben oder sie mit zwei Adressen angemeldet waren.
5. Ihre Erfahrungen?
Wie sind Ihre Erfahrungen mit Newslettern und dem Abmeldevorgang? Melden Sie sich ab oder lassen Sie die Newsletter einfach ungelesen? Welche vorbildlichen oder auch negativen Erfahrungen haben Sie gemacht, aus denen Newsletter-Herausgeber lernen können? Wie haben Sie für einen etwaigen eigenen Newsletter die Abmeldung geregelt?
Alle 10 bis 14 Tage neu: Mein Business Transformation Letter.












10 Kommentare
Noch schlimmer sind Newsletter, die man gar nicht abbestellen kann, weil man, wenn man auf Abmelden klickt, wieder auf der Anmaldung landet. Zum Glück kann man in Outlook solche Mail dann direkt in den Papaierkorb verschieben lassen.
Liebe Frau Heintz,
das ist in der Tat eine besonders leidige Angelegenheit. Gut, wenn man die Outlook-Tricks beherrscht
Danke, liebe Frau Birkner, für Ihren Beitrag mit allesamt wertvollen Hinweisen. Ich erhalte manchmal Abmeldungen für meinen Newsletter “Der Textletter” direkt per E-Mail an mich. Erst dachte ich: Wozu hab ich denn den Abmeldelink … Aber natürlich ist es völlig egal, welchen Weg der Leser wählt. Dann wird halt per Hand abgemeldet.
Es stört mich auch nicht mehr so, wenn Menschen sich von meinem Newsletter abmelden. Ich tue es bei anderen ja auch – und schließe nicht aus, irgendwann wiederzukehren. Es ist wie Sie sagen so eine Art Entrümpeln und Platz schaffen für Neues.
Wenn sich heute jemand bei mir abmeldet, dann denke ich: Gut, für diesen Leser war mein Newsletter nicht das Richtige – und der Leser nicht der Richtige für mich. Eine Art Bereinigung und Steigerung der Qualität der Datenbank. Zum Beispiel hatte ich anfangs relativ viele angestellte Marketing-Verantwortliche in meiner Liste. Meine Kernzielgruppe sind aber Selbstständige. Also steigert es die Qualität meiner Liste, wenn sich Angestellte häufiger abmelden.
Herzliche Grüße
Annja Weinberger
Liebe Frau Birkner,
ich habe Ihren Bericht mit viel Interesse gelesen. Ich finde auch, dass man es den Lesern und Leserinnen so leicht wie möglich machen sollte, sich abzumelden. Es wird schon gute Gründe haben, wenn ein Newsletter abbestellt wird.
Ich selbst habe mich auch mal sehr geärgert, ich habe mich von einem Anbieter mindestens 3 -5 mal abgemeldet, bis es dann endlich geklappt hat. Das muss nicht sein.
Herzliche Grüße
Brigitte Hettenkofer
Liebe Frau Hettenkofer,
Ihr Beispiel zeigt, wie nachhaltig eine unliebsame Erfahrung wirken kann. Schon aus diesem Grunde tut ein Anbieter gut daran, den Leser mit einem guten Eindruck ziehen zu lassen, statt es ihm unnötig schwer zu machen.
Liebe Frau Weinberger,
den Umgang mit Abmeldungen müssen viele Selbstständige, die einen Newsletter herausgeben, erst einmal lernen. Gerade in der Anfangszeit kann man dazu neigen, eine Abmeldung persönlich zu nehmen. Doch oft hat sie ganz andere Gründe, zum Beispiel auch, dass Menschen mit mehreren Mailadressen angemeldet sind und das irgendwann bereinigen.
Liebe Frau Birkner!
Danke für Ihren Beitrag. Ich versende seit Januar 2010 jeweils am 1. des Monats einen Newsletter. Abmeldungen haben mich anfangs irritiert und ich nahm es persönlich – wie Sie in einem Kommentar schreiben – stellte mir also die Frage: Was war in diesem Newsletter, was der Person nicht gefallen hat?
Zum Glück erhielt ich zeitgleich per E-Mail oft positive Rückmeldungen und somit hielt sich die Balance. Mittlerweile bin ich froh, dass sich Personen, die zur Zeit kein Interesse an meinem Newsletter haben, selbstständig abmelden, anstatt bei anderen über die vielen, für sie unbrauchbaren Informationen zu klagen. Also ein Gewinn für beide Seiten!
Wenn ich Newsletter abbestelle, freue ich mich natürlich auch über einfache und nachvollziehbare Möglichkeiten. Vor der Abmeldung gibt es meist einen Zeitraum von 2-3 Newslettern, die ich kaum gelesen oder gleich gelöscht habe. Das ist dann für mich ein Grund zur Abmeldung. Manchmal haben sich meine Interessensgebiete verschoben und der Newsletter entspricht nicht meiner aktuellen Aufmerksamkeit.
Eine (oft mehrmalige) Nachfrage für die Abmeldung finde ich persönlich störend. Da komme ich in eine Verteidigungshaltung, die ich nicht einnehmen möchte.
Ein anderes Thema, aber viel störender für mich: Nicht angeforderte Informationen per Post, bei denen der/die AbsenderIn auf dem Kuvert nicht ersichtlich ist, sondern nur ein Postfach angegeben ist.
Liebe Frau Schleicher,
erst einmal herzlichen Glückwunsch, dass Sie es schon so lange schaffen, regelmäßig einen Newsletter zu versenden. Vielfach erlahmt der Anfangselan nach
gewisser Zeit.
Sie sprechen einen wichtigen Aspekt an. Abmeldungen haben den Vorteil, etwas zu Ende zu bringen. Wer sich abgemeldet hat, für den ist das Thema erledigt – vorausgesetzt, der Abmeldeprozess ist einfach.
Was die Post betrifft: Glücklicherweise gibt es die große Ablage “P” (wie Papierkorb.
Finde ebenfalls sehr interessant, dass die Autorin darüber schreibt wie eine Newsletterabmeldung zu funktionieren hat.
Übrigens, ich bin auf diesen Artikel gestossen weil ich einen Newsletter der Autorin erhalte, den ich nicht mehr möchte und dort eben KEIN Abmeldelink vorhanden ist, nichtmal Hinweise auf eine Abmeldung.
Bitte, liebe Frau B., löschen Sie meine E-Mail-Adresse aus Ihren Verteilern.
Sehr geehrter Herr Flash,
ich muss mich bei Ihnen entschuldigen. Wie ich gesehen habe, hatte die Mail an Sie tatsächlich keinen Abmeldelink.
Ich habe die Angelegenheit überprüft und die Ursachen ermittelt: eine Schwachstelle im Zusammenwirken Mensch-Technik, die jetzt behoben ist.
Es tut mir leid, dass mir das nicht aufgefallen war, so dass ich es vorab hätte korrigieren können.
Ihre Adresse habe ich wunschgemäß gelöscht und Sie auch noch per Mail darüber informiert.
Ich bedanke mich für den wertvollen Hinweis, der mir die Gelegenheit gegeben hat, diese ungewollte Schwachstelle aufzudecken und zu bereinigen.