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Was Unternehmer anderer Branchen vom Geschäftsmodell eines Tierparks lernen können
Von Monika Birkner | Montag, 7. Dezember 2009
Oft ist nicht der Branchenkontakt, sondern der Blick über den Tellerrand, der einem Unternehmer neue Einsichten verschafft. Warum also nicht von einem Tierpark lernen, insbesondere wenn er einer der wenigen Tierparks ist, die Gewinne machen? Der folgende Beitrag zeigt interessante Parallelen. „Ich habe auf der gleichen Fläche wesentlich mehr Geschäft kreiert, um die Last der laufenden Kosten gedrückt zu bekommen“ wird in der FAZ vom 16.11.2009 Joachim Weinlig-Hagenbeck zitiert, Geschäftsführender Gesellschafter des Tierparks Hagenbeck.
Damit hat er auf den Punkt gebracht, worum es bei jedem Geschäftsmodell geht: aus dem Vorhandenen das Bestmögliche machen. Jedes Business muss mit Restriktionen umgehen: Fläche im Handel, Zeit und/oder Budget in der Dienstleistung, Mitarbeiter- oder Maschinenkapazität in der Produktion, um nur einige zu nennen. Wie man innerhalb der gegebenen Grenzen aus dem Vorhandenen das Meiste macht, ist ein Maßstab für die unternehmerische Leistung.
Der Tierpark Hagenbeck hat dem zitierten FAZ-Artikel zufolge etliche Herausforderungen zu meistern und dafür ausgesprochen kreative Lösungen gefunden. Bei genauer Betrachtungsweise stellen sich die Herausforderungen ähnlich in vielen Branchen. Vielleicht regen die Lösungen des Tierparks neue Ideen auch in anderen Branchen an. Auf drei Punkte will ich hier eingehen.
A. Herausforderung Kundengewinnung
edes Unternehmen braucht neue Kunden und Kunden, die möglichst immer wieder kommen. Wie schafft man dafür die nötige Motivation?
Lösung Hagenbeck: Im Tierpark Hagenbeck gibt es neben den üblichen Attraktionen besondere Events, zum Beispiel Romantik-Nächte oder Dschungel-Nächte.
Möglichkeiten für andere Branchen: Fast jedes Unternehmen kann Events kreieren, die sowohl für neue wie für Bestandskunden attraktiv sind: Tage der offenen Tür, Betriebsrundgänge, Blick hinter die Kulissen, Spezialführung durch den Chef, Vernissagen, Charity-Veranstaltungen sind ein paar Beispiele dafür, was möglich ist und viel zu wenig praktiziert wird. „Exotische“ Events à la Hagenbeck sind natürlich die hohe Kunst.
B. Herausforderung Regelmäßigkeit von Einnahmen
Ständiges Auf und Ab der Einnahmen, Abhängigkeit von unbeeinflussbaren Umständen – dadurch wird ein Unternehmen verletzlich. Eine gewisse Regelmäßigkeit erhöht die Planungssicherheit und erleichtert strategisch ausgerichtete, weitsichtige Unternehmensentwicklung. Man muss nicht ständig Feuerwehreinsätze fahren.
Lösung Hagenbeck: Für einen Tierpark – wie für viele Branchen – ist die Wetterabhängigkeit ein Problem. Tierpark Hagenbeck hat durch das überdachte Tropenaquarium eine Lösung geschaffen, um auch bei schlechtem Wetter Kunden anzuziehen.
Möglichkeiten für andere Branchen: Ein Wintersporthotel wendet sich im Sommer gezielt an Marathon-Läufer. Ein Eiscafé kann im Winter Kaffee und Kuchen anbieten oder den Laden für ganz andere Zwecke zur Verfügung stellen. Restaurants mit Außenplätzen stellen Heizstrahler auf. Alles das sind Ansätze, um die Abhängigkeit von äußeren Einflüssen zu minimieren.
Noch weiter geht ein Unternehmen wie BlackSocks, das schwarze Socken im Abonnement anbietet.
C. Herausforderung bestmögliche Ressourcennutzung
In vielen Unternehmen werden die vorhandenen Ressourcen nicht optimal genutzt.
Lösung Hagenbeck: Bei Hagenbeck war eine wichtige Ressource die Fläche. Seit einiger Zeit gibt es auf dem Gelände des Tierparks ein Tierpark-Themen-Hotel, das für zusätzliche Einnahmen sorgt.
Möglichkeiten für andere Branchen: Viele Papierwarenläden haben heute eine Postfiliale untergebracht. Andere Geschäfte kooperieren mit dem Versandhandel. Die Versandhandels-Kunden können dort Pakete abholen und Retouren zurückgeben. Überschüssige personelle oder EDV-Kapazitäten könnten für Kooperationen genutzt werden. Auf der Website lassen sich geeignete Affiliate-Programme bewerben.
Es gibt unzählige Möglichkeiten, wenn man nur immer wieder den Blick darauf richtet, wie man aus den vorhandenen Ressourcen das Beste machen kann.
Welche Beispiele kennen Sie noch?
Mich selbst hat der FAZ-Beitrag so neugierig gemacht, dass ich beim nächsten Besuch in Hamburg sicherlich den Tierpark Hagenbeck besuchen werde.
Falls Sie auch Lust dazu haben, hier noch einmal der Link.
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10. Dezember 2009 um 19:35 Uhr
DAS ist ja ein hochgradig inspirativer artikel, liebe frau birkner! jetzt hab ich eine ideenflut zusätzlich zu meiner outdoor-sprechstunde… DANKE!
11. Dezember 2009 um 15:06 Uhr
Liebe Frau Dr. Schons,
ich bin schon gespannt…