Was haben Coaching und Taxis gemeinsam?

Heute Morgen fuhr ich mit dem Taxi zum Bahnhof. Auf der Fahrt gratulierte ich mir zu diesem Entschluss. Denn es gab vor der Mainbrücke eine lange, lange Schlange. Das Taxi indessen konnte an der Schlange vorbeifahren.

Was hat das mit Coaching zu tun? Es geht um das gleiche Prinzip: Schneller voranzukommen, statt im Stau zu stehen.

Dabei gibt es noch einige Unterschiede.

Zu den klassischen Paradigmen im Coaching gehört, dass der Klient die Lösungen selbst kennt und der Coach durch Fragen und andere Interventionen dem Klienten hilft, selbst die Antworten zu finden. Das kann mitunter ein zeitraubender Prozess sein, so dass – um beim Bild des Verkehrsstaus zu bleiben – der Unterschied im Vorankommen zwischen den einzelnen Fahrspuren nicht sehr groß ist.

Beratung wird von den Puristen unter den Coaches abgelehnt. Andere differenzieren streng und setzen ausdrücklich einen „Beraterhut” auf, wenn sie dem Klienten nicht nur Fragen stellen, sondern auch einen Tipp geben.

Ich selbst halte diese Unterscheidungen nicht für wesentlich. Das mag aber daran liegen, dass ich mich nicht als Verkäufer von Coaching oder Beratung verstehe, sondern es mir darum geht, dass der Klient schneller vorankommt. Wie meine Unterstützungsleistung genannt wird, ist mir nicht wichtig. Oft genug geht es sogar darum, dass der Klient (oder die Klientin) überhaupt vorankommt, statt sich noch länger fruchtlos im Kreis zu drehen.

Eine weitere Variante ist, dass der Klient sich vom Coach zu neuen Verhaltensweisen inspirieren lässt. Das erlebe ich häufig. Bei vielen Klientinnen und Klienten beobachte ich, dass sie gewisse Instrumente, die ich verwende, plötzlich ebenfalls einsetzen. Das können sowohl Coachinginstrumente sein wie auch unternehmerische Instrumente.

Das Risiko besteht darin, den richtigen Gebrauch nicht zu kennen und daher frustriert zu werden. Dabei gibt es zwei Aspekte zu beachten. Zum einen geht es um die technische Seite, wie man ein gewisses Instrument einsetzt. Ein Maler benutzt und pflegt seinen Pinsel vielleicht auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Das gilt analog für einen Chirurgen, einen Rennfahrer und viele andere Berufe.

Neben der richtigen Handhabung ist es wichtig, die Vor- und Nacharbeiten zu kennen. Ein Maler bereitet vielleicht die Leinwand in besonderer Weise vor oder mischt seine Farben in einer speziellen Manier. Ein Chirurg braucht ein gewisses Umfeld, um operieren zu können. Ein Rennfahrer fährt nicht nur Auto, sondern hat ein Team und eingespielte Prozesse.

Auch im Coaching- und unternehmerischen Alltag ist das nicht anders.

Aus diesem Grunde biete ich mehr und mehr an, meine Erfahrungen systematisch zu vermitteln, zum Beispiel im Kurs “Wie Sie Telefonseminare für Ihre Kunden und Ihr Business einsetzen – Der “Fahrplan” zu Ihrem ersten eigenen Telefonseminar”.

Wortpuristen mögen das nicht mehr als Coaching ansehen.  Mir ist es egal, wie man es nennt. Ich sehe darin eine hocheffiziente Unterstützung, die ich Klienten geben kann, damit sie schnell vorankommen, statt sich durch den Stau zu quälen.Oder anders ausgedrückt:

Damit biete ich das Taxi, mit dem man am Stau vorbeifahren kann.

Falls Sie sich für den Kurs interessieren, nutzen Sie bitte das Kontaktformular.

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7 Kommentare

  1. Erstellt am 10. Februar 2009 um 21:16 | Permanent-Link

    Liebe Frau Birkner,
    Ihren Vergleich von Taxifahren mit Coaching finde ich spannend und einleuchtend.
    Sie beschreiben, dass Ihnen der Nutzen für Ihre KlientInnen wichtig ist, so dass diese auf die beste Art und Weise zu ihrem Ziel kommen. Und dass das auch bedeuten kann, schneller als auf herkömmlichen (verstopften) Wegen voranzukommen.
    Ich selbst sehe es ähnlich, dass die Kategorisierung in Coaching und Beratung zwar nützlich ist für Menschen, die dieses Metier erlernen und beruflich praktizieren. Aber nutzt es auch dem Kunden? Der Klientin?

    Meiner Ansicht nach verlangen neue Problemlagen am aktuellen (Arbeits)Markt, wie wir sie zur Zeit haben, auch neue Antworten. Demnach auch neue Vorgehensweisen. In einigen Beratungssituationen ist es genau das richtige, – auch – einen Tipp anzubieten. Vor allem, wenn man Feldkompetenz in dem Gebiet hat, aus dem die Klienten sind.

    Ich finde, dass die Zeit reif für eine Synthese und fürs genaue Hinschauen ist, wann das eine und wann das andere nützlich ist. Kundennutzen und Kundenbedürfnisse können sich ändern. Meiner Meinung nach müssen Kunden nicht unbedingt das Rad neu erfinden. Darum finde ich es wertvoll, zur rechten Zeit einen guten Tipp zu erhalten: Dies umso mehr als er mir viel Zeit und Umwege spart.

    Ihnen herzliche Grüße aus Berlin,
    Dagmar von Consolati

  2. Erstellt am 10. Februar 2009 um 21:18 | Permanent-Link

    ok – here we go for “taxi driver web 2.0″ – ;-)
    beim kurs bin ich logischerweise dabei, weil ich schon seit langem weiß, und allenthalben im netz kundtat, wie der birkner’sche limoservice einen vom nächsten überraschenden boxen-stop-and-go zum nächsten bringt…
    so – what are you waiting for?! not just grab a cab – go for the limo… or aren’t you special enough ;-)

  3. Monika Birkner
    Erstellt am 10. Februar 2009 um 22:26 | Permanent-Link

    Liebe Frau von Consolati,
    schön, dass Sie die Feldkompetenz erwähnen. Gerade wenn diese nämlich vorhanden ist, tut der Coach/die Coachin weder sich noch dem Klienten einen Gefallen, sich quasi gewaltsam zu bremsen und mit den eigenen Erfahrungen hinter dem Berg zu halten. Ich habe es sogar schon oft erlebt, dass mich Klienten gerade wegen der Feldkompetenz in einem bestimmten Gebiet auswählen. Man muss dabei seine eigenen Erfahrungen nicht als non-plus-ultra betrachten. Man kann sie respektvoll einbringen und so, dass sich der Horizont des Klienten weitetet und er neue Möglichkeiten erkennt. Wie er oder sie sich letztendlich entscheidet, ist natürlich seine/ihre Sache.

  4. Monika Birkner
    Erstellt am 10. Februar 2009 um 22:30 | Permanent-Link

    Liebe Frau Dr. Schons,
    danke schön. Mit Fahrgästen, die – wie Sie – die Geschwindigkeit lieben, arbeite ich ganz besonders gern.

  5. Erstellt am 11. Februar 2009 um 20:02 | Permanent-Link

    Liebe Frau Birkner,

    zu diesem Thema gibt es auch in der aktuellen Februarausgabe von “managerSeminare” einen interessanten Beitrag. Er heißt “Beratung mit Ratschlag” – Tabubruch im Coaching.

    Im Artikel wird beschrieben, inwiefern ein sich lösen vom ehemaligen(?) Tabu sinnvoll für aktuelle Beratungs-und Coachingsituationen ist. Der Autor geht davon aus, dass das `Ratschlagtabu` auf einem Missverständis beruht.

    Hier ist der Link zum Artikel:
    www.managerseminare.de/managerSeminare/A…

  6. Monika Birkner
    Erstellt am 11. Februar 2009 um 21:48 | Permanent-Link

    Liebe Frau von Consolati,
    danke für den Hinweis. Ich kann Herrn Dehner nur beipflichten.

  7. Erstellt am 11. Februar 2009 um 22:06 | Permanent-Link

    @ dagmar von consolati: also, den begriff “feldkompetenz” hatt ich noch nicht auf dem schirm! dank dir dafür !!! jetzt weiß ich endlich, wie das heißt, was ich hier biete… ;-)

    @ monika birkner: speed-limo ist ja auch ihr ganz besonderer service ;-) und so ein wachstumstag kann ja denn auch ” a day at the races” sein… ascot on speed… ;-) (die docblogdogs haben schon cabrio-brillen dafür)

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