Warum es sich lohnen kann, sein Business auf den Kopf zu stellen – Turbulente Zeiten bieten Chancen für neue Geschäftsmodelle

“Wir sind ein Einkaufzentrum mit Landebahn” – so die Aussage des neuen Chefs des Frankfurter Flughafens in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Gemeint ist, dass die Einnahmen aus Parkgebühren, Gastronomie und Einzelhandel schon mehr als 60 % der Ergebnisse ausmachen. Der Frankfurter Flughafen ist nicht das einzige Unternehmen, dessen reales Geschäftsmodell eine Umkehr erfahren hat. Vielleicht ist auch für Ihr Unternehmen die Zeit reif, Ihr Geschäftsmodell zu überprüfen.Mehr und mehr wird das richtige Geschäftsmodell zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Interessanterweise gibt es zahlreiche Unternehmen, in denen ursprüngliche Nebenleistungen immer größeres Gewicht gewinnen. Ein paar weitere Beispiele in Ergänzung zum schon erwähnten Frankfurter Flughafen:

  • Serviceleistungen in der Maschinenbaubranche oder bei IBM
  • Autobanken bei  Automobilherstellern
  • Non-Food-Produkte in Lebensmittelketten.

Auch kleine Unternehmen haben noch unentdecktes Potenzial in den Geschäftsmodellen

Während Großunternehmen systematisch und permanent ihre Geschäftsmodelle überprüfen und weiter entwickeln, geschieht das bei vielen Kleinunternehmen nur sporadisch, wenn überhaupt. Dabei bieten sich auch hier Chancen, das Business weiter abzusichern und wachsen zu lassen. Ein paar Fragen, die Sie sich selbst stellen können:

  1. Welche Zusatzservices bietet Ihr Unternehmen schon oder lassen sich schaffen, die sich zu eigenständigen Profitcentern entwickeln lassen? Die obigen Beispiele geben dazu einige Anregungen. Weitere Möglichkeiten könnten zum Beispiel sein: Ein Restaurantbesitzer bietet Catering oder Veranstaltungsorganisation. Eine Modeboutique bietet Stilberatung.
  2. Wie können Sie neben Ihrem ursprünglichen Unternehmenszweck Ihr unternehmerisches Wissen vermarkten? Es gibt immer wieder erfolgreiche Unternehmensführer, die ihre Erfahrungen und Erfolgsgeheimnisse nutzen, um damit andere ebenfalls erfolgreich zu machen. Denken Sie zum Beispiel einmal an den Gründer des vielfach ausgezeichneten Schindlerhofes, Klaus Kobjoll, der inzwischen mehr als 150 000 Teilnehmer in Seminaren und Vorträgen erreicht hat.
  3. Welche weiteren Werte hat Ihr Unternehmen, aus denen sich lukrative Einnahmenquellen erschließen lassen? Denken Sie zum Beispiel an Immobilien, an Seminarkonzepte, an Qualitätssicherungssysteme, besonderes Know-how Ihres Unternehmens oder Ihrer Mitarbeiter, spezialisierte technische Anlagen und andere Potenziale.

Natürlich gibt es bei der Umsetzung einiges zu bedenken und auch das Risiko der Verzettelung darf nicht aus den Augen verloren werden. Doch das ist der zweite Schritt. Im ersten Schritt geht es darum, sich von den bisherigen Denkgewohnheiten, die Ihr  Unternehmen betreffen, ein Stück weit zu befreien. Spielen Sie einfach einmal verschiedene Möglichkeiten durch und erlauben sich dabei, Ihr Unternehmen sozusagen auf den Kopf zu stellen.

Welche Ideen haben Sie dazu? Welche Erfahrungen haben Sie möglicherweise schon gesammelt?

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4 Kommentare

  1. Erstellt am 28. April 2009 um 14:45 | Permanent-Link

    hallo frau birkner,

    bei mir ist es bis jetzt ähnlich verlaufen. mein eigentliches “hauptgeschäft” ist in der tat schon eher das “nebengeschäft”. während ich so ziemlich ganztags mit dem “nebengeschäft” tätig bin welches mir im grunde genommen eigentlich nur ursprünglich ein monatlich festes grundeinkommen sichern sollte. das wiederum hat sich dann doch zu einer dienstleistung entwickelt die auch kaum ein anderer macht. persönlich gesehen würde ich ja rein von der arbeitsart her lieber den ganzen tag das machen was mein “hauptgeschäft” sein sollte. aber manchmal entwickeln sich die dinge eben anders als man denkt wenn es die auftragslage nicht ganz so hergibt wie man es gern hätte.

    viele grüße
    maik thomas

  2. Monika Birkner
    Erstellt am 28. April 2009 um 20:51 | Permanent-Link

    Hallo Herr Thomas, ja, manchmal entwickelt es sich mehr oder weniger von alleine so. In anderen Fällen kann man etwas nachhelfen. In jedem Fall kann man -gerade in heutigen Zeiten – davon ausgehen, dass alles in Bewegung ist und kein Business über die Jahre gleich bleibt. Das führt mich zurück zu den strategischen Provisorien, über die ich kürzlich geschrieben habe. tr.im/jWzC

  3. Erstellt am 28. April 2009 um 23:55 | Permanent-Link

    “Turbulente Zeiten bieten Chancen für neue Geschäftsmodelle”. Dieser Satz bringt es auf den Punkt! Vor allem in der derzeitigen “Krisenphase”, die viele Unternehmer trifft.
    Solange alles “gut” läuft, sucht man nicht so sehr nach neuen Chancen.
    Erst wenn man mal die Aufträge weniger werden – aus welchen Gründen auch immer – wird man gezwungen, sich nach neuen Möglichkeiten, Kooperationen etc. umzuschauen. Und dann ist man oft erstaunt, dass sich da doch einiges an Chancen bietet.

  4. Monika Birkner
    Erstellt am 29. April 2009 um 13:55 | Permanent-Link

    Hallo Herr Heidenberger,
    irgendjemand hat mal gesagt, dass in einem Problem sofort die Lösung verborgen liege. “Krisenzeiten” sind die Zeiten, in denen die Lösung ans Tageslicht kommen kann. Und nicht selten ist das Neue sogar noch besser als der frühere Zustand.

Ein Trackback

  1. [...] ein paar Tagen hatte ich darüber geschrieben, dass nicht nur, aber gerade in Krisenzeiten bisherige Geschäftsmodelle überprüft und weiter entwickelt werden müssen. Dazu passt ein Artikel in der WELT, auf den ich durch [...]

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