Warum es besser sein kann, nicht zu wissen, was man will

Normalerweise hören wir immer wieder, dass es wichtig ist zu wissen, was man will. Doch mitunter kann gerade darin das größte Hindernis bestehen. Ich erlebe solche Situationen beispielsweise mit Coachingklienten, die ein großes Ziel haben und sehr genaue Vorstellungen davon, wie dieses Ziel erreicht werden soll.

Der Irrtum

Im Prinzip ist es nichts Schlechtes, sich eine Vorstellung von dem Weg zu machen, der zum Ziel hinführt. Problematisch wird es dann, wenn der vorgestellte Weg als der einzig gangbare erscheint. Wenn dann ein Zwischenschritt nicht funktioniert, wird sofort die Zielerreichung insgesamt in Frage gestellt.

Es ist so, als ob man von Hamburg nach München wolle und meint, nur mit dem Auto fahren zu können. Wenn allerdings das Auto einen Defekt hat oder die Straßen vereist sind, scheint die Reise nicht möglich zu sein. Tatsächlich kann man aber statt des Autos den Zug nehmen, ein Flugzeug oder  eine Kombination verschiedener Transportmittel und ist damit unter Umständen schneller und zuverlässiger am Ziel.

Die Lösung

  • Der erste Schritt besteht darin, sich die gedankliche Verknüpfung bewusst zu machen.
  • Der zweite Schritt ist, sich auf das eigentliche Ziel zu besinnen.
  • Im dritten Schritt können dann die verschiedenen Wege zum Ziel eruiert werden. Es ist immer wieder spannend, welche neuen Möglichkeiten sich dadurch auftun.

Die Überraschung

Letztlich bietet das auch die Chance, sich positiv überraschen zu lassen. Das Universum ist enorm kreativ, wenn es gilt, uns etwas zukommen zu lassen:

  • Aufträge können auf anderem Wege kommen als über unsere gewohnten Marketingmethoden.
  • Geldmittel können uns auf anderem Wege zufließen als über die Arbeit.
  • Mitarbeiter können auf anderem Wege zu uns finden als über eine Stellenanzeige.
  • Neue Ideen können auf anderem Wege kommen als über die herkömmlichen Methoden der Ideengenerierung.
  • Glück kann auf anderem Wege zu uns kommen als durch Besitztümer oder Situationen, die wir als Glücksbringer ansehen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit solchen Situationen?

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8 Kommentare

  1. Erstellt am 17. Juni 2009 um 08:52 | Permanent-Link

    Vielleicht liegt das Problem darin, dass man Weg und Ziel verwechselt. Obwohl ja auch der Weg das Ziel sein kann. :-)

    Es macht sicher Sinn, Ziele zu haben, dran zu bleiben und das Ziel nicht zu schnell zu kippen. Der Weg dorthin ist dann flexibel. Insofern bin ich sehr mit Ihrem zweiten Lösungsschritt einverstanden: Sich auf das Ziel zu besinnen. Man will ja nach München, wie man dorthin kommt, ist eigentlich zweitrangig.

  2. Erstellt am 17. Juni 2009 um 09:22 | Permanent-Link

    Das ist ein toller Denkanstoß. Liege gerade krank im Bett, weil ich meinem Körper auf dem Weg zum großen Ziel nicht ausreichend Ruhe gegönnt habe. Der eingeschlagene Weg ist gerade sehr steinig, das Ziel aber immer noch erstrebenswert, aber wieviel Einsatz ist es mir wert? Und bin ich bereit, ein Stück Gesundheit dafür zu opfern?

  3. Erstellt am 17. Juni 2009 um 10:21 | Permanent-Link

    Liebe Frau Birkner,
    danke für diesen inspirierenden neuen Impuls zum Dauerbrennerthema Ziele.

    Ich habe dazu folgende Idee: Könnte es auch sein, dass es Menschen gibt, die schon am Ziel sind und es nicht merken? Mir fällt das auf bei Menschen, die sich wünschen glücklich zu werden und nicht merken, dass sie vom Glück umgeben sind.
    Vielleicht ist das ein Thema, das die Fähigkeit zur Wahrnehmung angeht. :-)

  4. Erstellt am 17. Juni 2009 um 17:52 | Permanent-Link

    Lieber Herr Blatter,
    in manchen Situationen meint man, dass es wichtig sei, auf eine bestimmte Weise nach München zu gelangen. Doch gerade das kann bei der Ziellereichung hindern.

  5. Erstellt am 17. Juni 2009 um 17:52 | Permanent-Link

    @sevenjobs: Das sind sehr wichtige Fragen. Eine “Zwangspause” kann dazu führen, andere Wege zum großen Ziel in den Blick rücken zu lassen.

  6. Erstellt am 17. Juni 2009 um 17:55 | Permanent-Link

    Liebe Frau von Consolati,
    ja, das ist noch eine weitere Dimension des Themas. Letztlich geht es ja nicht darum, in München anzukommen. Sondern in München angelangt zu sein, it mit bestimmten Gefühlen verbunden. Diese lassen sich vielfach völlig unabhängig davon erzeugen, wo man sich aufhält. Dabei geht es natürlich nicht konkret um München, sondern München ist ja nur eine Metapher für Ziele ganz generell.

  7. Christof Bieker
    Erstellt am 2. April 2011 um 16:19 | Permanent-Link

    Hallo
    und wie sieht es aus wenn man behindert ist?
    ChBieker

  8. Erstellt am 5. April 2011 um 15:41 | Permanent-Link

    Hallo Herr Bieker,

    eine Behinderung hat natürlich gewisse Einschränkungen zur Folge. Doch heißt das nicht, dass ein Ziel nicht erreichbar ist. Dann heißt es eben, einen anderen Weg zu finden.

    Eigene Erfahrungen damit habe ich gesammelt, als ich mein Handgelenk gebrochen hatte.
    blog.monika-birkner.de/2011/business-lek…

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