Wie Sie Ihre Stärken mehr zum Einsatz bringen

Stärken sind nicht identisch mit dem, was Sie gut können. Sondern eine Stärke ist das, was Sie stärkt. Die einzige Person, die das beurteilen kann, sind Sie. Das ist kurz gefasst der neue Ansatz, über den ich gestern berichtet habe und der dem aktuellen Buch von Marcus Buckingham Go Put Your Strengths to Work zugrunde liegt. Wie gelingt es nun, die Stärken tatsächlich zu nutzen? Im Prinzip ganz einfach: Indem Sie mehr von dem tun, was Ihren Stärken entspricht und weniger von dem, was Sie schwächt.

„Ha, ha” mögen Sie sagen „Wenn das so einfach wäre, hätte ich es schon längst getan”. Der Charme des Buches von Buckingham liegt darin, dass er das scheinbar Schwierige einfach werden lässt.

Von Heidi lernen

Da ist die Story von Heidi. Heidi ist Brand Managerin in einer bekannten Hotelkette. Zu Beginn des Buches ist sie, die einst hoch motiviert war, allmählich dabei auszubrennen. Ihre Arbeit macht ihr keine Freude mehr und sie pendelt zwischen widersprüchlichsten Gedanken und Gefühlen hin und her. Im Verlauf des Buches entdeckt sie, wie sie ihre Stärken besser  zur Geltung bringen kann, was ihr selbst ebenso gut tut wie ihrem Arbeitgeber.

Der Prozess, den Heidi durchläuft, ist ein Prozess, den jeder für sich anwenden kann und der im Buch – begleitet durch Videos und sonstige Materialien im Internet – klar und einfach beschrieben wird.

Eine neue Art, Stärken zu beschreiben

Voraussetzung ist das Erkennen der Stärken und Schwächen, verbunden mit dem Auflösen hinderlicher Glaubenssätze in Zusammenhang damit, ob es sinnvoll ist, sich auf seine Stärken  zu konzentrieren.

Das Besondere an der Buckingham-Methode ist nicht nur, dass die Stärken und Schwächen subjektiv bestimmt werden, sondern auch, dass dieses sehr spezifisch geschieht, ganz im Gegensatz zu Aussagen, wie wir sie kennen oder selbst gebrauchen (“Ich habe Organisationstalent” – “Ich kann gut mit Menschen umgehen” und dergleichen).

Um ein Beispiel zu nennen, das ihn selbst betrifft: Eine von Buckinghams Stärken ist das Interviewen von exzellenten Top-Managern, um mit ihnen zusammen herauszufinden, was sie so gut sein lässt. Hingegen machen ihm Interviews mit Managern, die nicht dieses Kaliber haben oder in Situationen, in denen es nicht darum geht, die Erfolgsfaktoren zu identifizieren, keine Freude.

Warum ist es so wichtig, zu derart differenzierten Aussagen zu kommen? Weil es dadurch möglich wird, mehr dieser Aktivitäten zu planen und letztlich durchzuführen.

Strong Week Plan

Er nennt das „Strong Week Plan”. Gemeint ist damit, auf Wochenbasis immer wieder zu untersuchen, wie viel Zeit man mit seinen Stärken verbracht hat, und außerdem in jeder Woche konkrete Aktivitäten zu unternehmen, um diesen Anteil zu erhöhen und den Anteil der schwächenden Aktivitäten zu reduzieren.

Die beiden Akronyme FREE und STOP helfen dabei.

FREE bezieht sich darauf, die Stärken besser zu nutzen. Es steht für

F = Focus: Wie unterstützen die Stärken die derzeitige Rolle?

R = Release: Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, die Stärken zu nutzen?

E = Educate: Wie lassen sich die Stärken durch Weiterbildung verbessern?

E = Expand: Wie lässt sich der Job um die Stärken herum weiter entwickeln?

STOP steht für:

S = Stop. Was geschieht, wenn eine Aktivität eingestellt wird?

T = Team Up: Wie lassen sich mit anderen zusammen Lösungen finden, die alle dienen?

O = Offer Up: Wie können die Stärken genutzt werden, um mit der schwächenden Situation besser umzugehen?

P = Perceive: Wie lassen sich andere Betrachtungsweisen entwickeln?

Sowohl FREE wie auch STOP werden durch jeweils 15 konkrete Fragen unterstützt.

Ich finde diesen Prozess sehr hilfreich, gerade weil er so spezifisch ist und mit Heidis Geschichte und weiteren Beispielen verdeutlicht wird.

Das Buch geht noch auf andere Aspekte ein, die vor allem in größeren Organisationen eine Rolle spielen und die ich hier nicht weiter vertiefen will.

Wie können Solo-Unternehmer und Selbstständige mehr Stärken umsetzen?

Eine große Herausforderung besteht für Solo-Unternehmer und Selbstständige. Denn sie sind für eine Vielzahl von Aufgaben verantwortlich, die naturgemäß nicht alle im Stärkenbereich liegen. Wie lassen sich die Anregungen, die aus dem Buckingham-Buch gewonnen werden, für Einzelkämpfer umsetzen?

Zunächst ist wichtig, das Blickfeld zu erweitern. Es geht nicht nur darum, mehr von den Stärken einzusetzen, sondern es gilt dabei immer auch, die Kunden im Blick zu behalten. Wenn diese an den Stärken nicht interessiert sind, betreibt man ein Hobby, aber kein Unternehmen.

In meinem Buch „Wachstumsstrategien für Solo- und Kleinunternehmer” erläutere ich die „vier G”. Die wichtigsten Aktivitäten sind die, die die Schnittmenge der „vier G” darstellen. Im Buch habe ich sie „strategische Stärken” genannt.

Die “vier G” stehen für

  • gut können
  • gern tun
  • Gewinn für die Kunden schaffen
  • Gewinn für sich selbst schaffen

Und was ist mit dem Rest?

Hierzu bietet Tim Ferriss in seinem Buch Die 4- Stunden-Woche (Original: The 4 Hour- Workweek) einige Hinweise, auf die ich an anderer Stelle eingegangen bin.

Wie gehen Sie mit Ihren Stärken um? Welche Erfahrungen haben Sie damit, Ihre Stärken auszubauen? Welche Erfahrungen haben Sie speziell als Selbstständige/r?

Alle 10 bis 14 Tage neu: Mein Business Transformation Letter.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in: Persönliches Wachstum, Solo-Unternehmer, Unternehmenswachstum, Woanders gelesen. Tags: . Bookmarken: Shortlink. Kommentieren oder einen Trackback setzen: Trackback-URL.

3 Kommentare

  1. Erstellt am 3. Januar 2009 um 23:17 | Permanent-Link

    H hingebungsvoll
    E empathisch
    I intuitiv
    D direkt
    I innovativ

    ist ja immer dabei ;-)

  2. Monika Birkner
    Erstellt am 4. Januar 2009 um 18:45 | Permanent-Link

    Liebe Frau Dr. Schons,
    möge Heidi ihre Stärken in 2009 noch weiter entfalten können.

  3. Erstellt am 5. Januar 2009 um 19:14 | Permanent-Link

    R eichtum (innerer und äußerer) an Ideen und Fülle

    U mgebung gestalten (Büro, Wohnung, in der Natur)

    M editation, Yoga, Natur

    I ntention (Mission, Ziele, Leidenschaft)

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Benachrichtigung ohne eigenen Kommentar:

  • Monika Birkner
    Business Transformation Letter
    Mister Wong myON-ID
    Facebook XING
    Twitter RSS Feed
  • Monika Birkner

    Business Transformer, Buchautorin, Strategieberaterin, Unternehmercoach.
    Mehr lesen »

  • Business Transformation Letter

    Alle 10 bis 14 Tage Inspiration und Handwerkszeug für alle, die mit Ihrem Business eine neue Umlaufbahn erreichen wollen –

    jetzt abonnieren:








  • Meine Bücher

    Monika Birkner: Wachstumsstrategien für Solo- und Kleinunternehmer Monika Birkner: Kurswechsel im Beruf