2009: Sieben Herausforderungen für Solo-Unternehmer und Selbstständige, die Sinn und Erfolg verbinden wollen. Teil III

Bisher (am 07. Januar und am 09. Januar) habe ich die ersten vier Herausforderungen dargestellt, die sich für Solo-Unternehmer und Selbstständige im neuen Jahr ergeben. Im heutigen Beitrag geht es um das Geschäftsmodell, Geld und Preise sowie die persönliche Produktivität.

Die ersten vier Herausforderungen waren:

I. Fels in der Brandung – Innere Kraft trotz äußerer Widrigkeiten

II. Keine zwei getrennten Leben mehr – Spiritualität im Business

III. Marketing  - authentisch, respektvoll und effizient

IV. Wunschkunden – eine Illusion in wirtschaftlich turbulenten Zeiten?

Nun  zu den Herausforderungen Nr. V – VII. Zur Klarstellung: Die Nummerierung stellt kein Ranking dar.

V.  Sich und sein Business immer wieder neu erfinden – Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen

Die meisten Selbstständigen orientieren sich bei der Gründung an den Geschäftsmodellen, die in der jeweiligen Branche verbreitet sind. Diese sind oft suboptimal, um es vorsichtig auszudrücken.

Das lässt sich schön am Beispiel der Coaching-Branche illustrieren. Das klassische Geschäftsmodell dieser Branche besteht darin, Klienten im 1:1-Coaching zu unterstützen. Dieses Geschäftsmodell verhindert Wachstum, fördert Burn-out und hat noch eine Reihe weiterer Nachteile.

Nachdem die ersten Jahre der Selbstständigkeit verbracht sind, wird es Zeit, bewusst an die Gestaltung des Geschäftsmodells zu gehen. Das gilt besonders dann, wenn Sie mit Ihrem bisherigen Geschäftsmodell an die Grenzen des Wachstums gestoßen sind und die Zukunft nicht mehr in einem „mehr desselben” bestehen kann, sondern etwas qualitativ anderes nötig ist.

Es gilt auch dann, wenn Sie endlich Ihre vielseitigen Talente und Interessen harmonisch verbinden wollen, ohne dass es wie der berüchtigte Bauchladen wirkt.

Und es gilt auch, wenn Sie Ihre Work-Life-Balance signifikant verändern wollen.

Neue Lösungen finden Sie nicht unbedingt in Ihrer eigenen Branche. Aber vielleicht in anderen Branchen, selbst wenn es auf den ersten Blick nicht die geringste Verbindung zu Ihrem Business gibt.  Und vielleicht steht auch an, dass Sie Ihr ganz ureigenes Geschäftsmodell entwickeln und umsetzen.

VI.  Geld  und Preise – welche Richtung wählen Sie?

Schon in „normalen” Zeiten sind Geld und Preise heikle Themen für viele Selbstständige. Selbst manche sehr erfolgreiche Unternehmer und Unternehmerinnen bekennen unter vier Augen, dass sie in dieser Hinsicht Kompromisse machen, über die sie sich eigentlich ärgern.

In wirtschaftlich turbulenten Zeiten, wenn der Wettbewerb härter wird, liegt der Gedanke nahe, Preise zu senken. Doch damit ist noch niemand glücklich geworden. Es gibt immer noch jemanden, der auch diese Preise noch unterbietet.

Was wäre, wenn Sie gerade das Gegenteil täten? Wenn Sie sich und Ihre Leistung so einzigartig und wertvoll machten, dass der Kunde nichts anderes mehr will?

Natürlich ist die Umsetzung nicht überall gleichermaßen möglich. Es gibt vielfältige Rahmenbedingungen, die sich nicht einfach außer Kraft setzen lassen. Doch geben Sie nicht zu früh auf. Jede der in dieser Artikelserie erwähnten Herausforderungen hat ihren Einfluss darauf, was Sie letztlich verdienen. Die besten Ergebnisse erreichen Sie, wenn Sie nicht nur einzelne der Herausforderungen lösen, sondern diese auch in ihrer Wechselwirkung untereinander betrachten. Dann kann auch das möglich werden, was ich oft als Wunsch höre – sein Geld leichter zu verdienen.

VII. Mehr als Zeitmanagement – Management der persönlichen Produktivität

Es gibt immer mehr zu tun. Es gibt immer Neues zu lernen. Jedes Wachstum stellt neue Aufgaben und Herausforderungen, erst recht in turbulenten Zeiten. Die Routineaufgaben wollen ebenfalls bearbeitet sein. Um das alles zu bewältigen, ist die Steigerung der persönlichen Produktivität eine täglich zunehmende Herausforderung.

Gerade für Selbstständige ist es wichtig, den Wert der eigenen Zeit zu erkennen, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Gelegentlich werden wir – vor allem im Alter 50plus – an die Endlichkeit unseres Lebens erinnert. Ökonomische Gesichtspunkte spielen auch eine Rolle. Wird die Zeit mit Aktivitäten verbracht, die das Business wirklich voranbringen oder mit Nebensächlichkeiten? Nutzen wir die Zeit für die Themen, die in unserem Leben die wichtigste Rolle spielen?

Jeder hat sich schon mit Zeit- und Selbstmanagement beschäftigt. Doch möglicherweise ist eine neue Stufe erforderlich. Die kann für manche Selbstständige dann erreicht sein, wenn sie erkennen, dass sie nicht alles selbst machen können. Für andere besteht sie vielleicht in grundlegend neuen Arbeitstechniken.

In diesem Blog werden Sie in den nächsten Monaten viele Beiträge finden, die sich auf die erwähnten Herausforderungen  beziehen.

Wie stehen Sie zu diesen Herausforderungen? Welche Erfahrungen und Anregungen haben Sie?

 

Alle 10 bis 14 Tage neu: Mein Business Transformation Letter.

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4 Kommentare

  1. Erstellt am 14. Januar 2009 um 10:16 | Permanent-Link

    Wunderbar, liebe Frau Birkner, wie Sie hier noch einmal wesentliche Punkte “unserer” Fortbildungen der letzten Jahre zusammen fassen.

    Dadurch wird mir auch noch mal deutlich, wie viel davon (Dank Ihrer Anregung) ich da auch schon verändert habe. Gerade was neue Geschäftsmodelle angeht, bin ich ja fleißig dabei.

    Mir wird klar, dass im Moment der letzte Punkt bei mir noch der kritischste ist. Gerade weil ich so viele neue Dinge anfange, übernehme ich mich manchmal noch. Bzw. entdecke ich seit neuestem (sicher gefördert durch Fußbruch und all die Feiertage), dass ich zunehmend chaotischer herangehe.
    Zwar noch brav meine Tagespläne mache – und dann stracks das Gegenteil mache. Mit E-Mails den Morgen beginne, statt weiter an meinem Buch zu schreiben. An dem E-Book schreibe, statt an dem geplanten Buch über Suggestopädie. Und mich mit Recherchen über AGB verwurste, statt meinen nächsten Vortrag vorzubereiten.

    Also, da muss ich langsam (nein, eigentlich schnell) neue Strategien entwickeln…

  2. Erstellt am 14. Januar 2009 um 11:24 | Permanent-Link

    Liebe Frau Birkner,
    vielen Dank für die 7 Herausforderungen, die ich als Solo-Unternehmerin mit großem Interesse gelesen habe … für mich steht an, über mein zukünftiges Geschäftsmodell nachzudenken … meine Lieblings- und Wunschkunden werde ich finden, da bin ich sehr zuversichtlich. Seitdem ich das Bloggen für mich entdeckt habe, kann ich mich viel authentischer positionieren. Ich unterstütze meine Coachees dabei, ihr ganz eigenes Lebenstempo zu gestalten … das kann auch mal bedeuten, rückwärts zu gehen .. eine andere Perspektive einzunehmen … Meine KlientInnen finden zu ihrem ganz eigenen Tempo, das auch mal langsamer sein darf als es der hektische Alltag fordert. Das bedeutet im weiteren Erleichterung und ein inneres STrahlen und Zuversicht.
    Ich bin Ihnen wie immer dankbar für Ihre Denkanstösse und Ermutigungen. Viele Grüße aus Hong Kong.

  3. Monika Birkner
    Erstellt am 14. Januar 2009 um 15:12 | Permanent-Link

    Liebe Frau Schuseil,

    die Rückkehr nach Europa ist sicherlich noch einmal eine ganz individuelle Herausforderung. Ich glaube, Sie haben schon eine sehr gute Basis geschaffen, von der aus sich auch die nächsten Schritte bewältigen lassen.

  4. Monika Birkner
    Erstellt am 14. Januar 2009 um 15:18 | Permanent-Link

    Liebe Frau Klein,

    als hochkreative Persönlichkeit haben Sie sicher noch eine spezielle Herausforderung zu bewältigen. Doch nachdem Sie schon so viel geschafft haben, wird Ihnen sicherlich das auch gelingen.

Ein Trackback

  1. [...] für Solo-Unternehmer … Mit Interesse habe ich in Monika Birkner´s Blog die “7 Herausforderungen für Solo-Unternehmer und Selbständige, die Sinn und Erfolg verbinden wo… gelesen. Meine größte Herausforderung ist für mich in diesem Jahr meine Rückkehr nach [...]

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