Monika Birkner

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Scheitern als Vorstufe zu noch größerem Erfolg

Von Monika Birkner | Sonntag, 3. Mai 2009

Vor kurzem gab es in diesem Blog eine lebhafte Diskussion zum Thema Scheitern. Das Problem ist, dass Erfolg oder Scheitern in der  Regel punktuell betrachtet werden. Doch Fehlschläge können durchaus die Vorstufe zu noch größerem Erfolg sein. Georg Friedrich Händel war ein erfolgreicher Komponist. Doch er hatte streckenweise enorme Schwierigkeiten zu bestehen, unter anderem finanzieller und gesundheitlicher Art. 1741 kam so viel zusammen, dass er resignierte und am 08. April seine Abschiedsvorstellung gab. Zu der Zeit war er erst 56 Jahre. Doch im August gab ihm ein wohlhabender Freund,  Charles Jennings, ein  Libretto, das sich auf das Leben Jesu bezog. Händel fühlte sich davon angesprochen und begann zu komponieren. Er arbeitete mehr oder weniger Non-stop. Nach 24 Tagen hatte er sein Werk, den „Messias” fertig, der heute als Meisterwerk und Höhepunkt seiner Schaffenskraft angesehen wird. Einer seiner Biografen bezeichnete das Werk sogar als größte Leistung der Musikgeschichte.

Die Geschichte über Händel habe ich in dem Buch Failing Forward von John G. Maxwell gefunden, das ich jedem zur Lektüre empfehle, der sich mit Erfolg und Scheitern auseinandersetzen möchte. Der Untertitel lautet “Turning Mistakes into Stepping Stones for Success”.

Maxwell hat eine interessante Definition von Scheitern. Er bezeichnet es als Preis für Erfolg. Gemeint ist damit, dass kein Erfolg über Nacht entsteht. Jedem Erfolg gehen unzählige Schritte voraus, die von außen wie Scheitern wirken können, in Wirklichkeit jedoch wichtige Zwischenstufen zum Erfolg sind.

Voraussetzung ist, dass man nicht vorzeitig resigniert.

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12 Leserkommentare zu “Scheitern als Vorstufe zu noch größerem Erfolg”

  1. Mcarla:
    4. Mai 2009 um 13:08 Uhr

    Liebe Frau Birkner,

    Erfolg, ist ja auch immer eine FOLGE unseres Handelns. Ich finde den Vergleich von der Saat und der Ernte sehr schön – wir müssen zunächst säen, dann unsere Saat hegen und pflegen und können dann nach einer gewissen Zeit ernten, was wir gesät haben.
    Dies ist es, was viele immer wieder vergessen.

    Gruß Mario Carla

  2. Annja Weinberger:
    4. Mai 2009 um 16:14 Uhr

    Liebe Frau Birkner,

    danke für den Denkanstoß und den Buchtipp.

    Für mich geht es darum, zu erkennen, wann es Zeit ist einen Plan weiter zu verfolgen, auch wenn es Rückschritte gibt. Und wann ist es Zeit, eine Sache aufzugeben, statt sich zu verbeissen. Ein Balance-Akt.

    Herzliche Grüße,
    Annja Weinberger

  3. Dagmar von Consolati:
    4. Mai 2009 um 17:11 Uhr

    Liebe Frau Birkner,
    danke für Ihren Buchtipp und den befreienden Aspekt, den Sie hier in Bezug aufs Scheitern hervorheben. Es tut gut, die versteckte Energiereserve, ja sogar den Ansporn weiter zu machen darin zu entdecken.
    Auch ich beschäftige mich schon länger damit, dem Scheitern den Beigeschmack des Negativen zu nehmen.
    Dazu habe ich auch in meinem Blog etwas geschrieben, von dem ich denke, dass es befreiend wirkt. livingflow.typepad.com/livingflow/2009/0…
    Mit herzlichen Grüßen von Berlin nach Frankfurt am Main!

  4. Monika Birkner:
    4. Mai 2009 um 19:40 Uhr

    Lieber Herr Carla,
    danke für den Hinweis auf das Säen und das Ernten. Und dabei darf nicht vergessen werden, dass zwischen Säen und Ernten durchaus eine gewisse Zeit vergehen kann, in der scheinbar noch keine Erfolge da sind, obwohl sie sich im Dunkeln der Erde bereits vorbereiten.

  5. Monika Birkner:
    4. Mai 2009 um 19:44 Uhr

    Liebe Frau Weinberger,

    Sie sprechen ein schwieriges Thema an, das viele Facetten hat, zum Beispiel: Wie wichtig ist der Plan? Was hat man schon versucht und welche Möglichkeiten gibt es noch? Verfolgt man das falsche Ziel oder geht es nur darum, einen anderen Weg zu finden?

    Letztlich kann man es nur herausfinden, wenn man immer wieder sowohl nach innen hört als auch auf die äußeren Signale achtet.

  6. Monika Birkner:
    4. Mai 2009 um 19:49 Uhr

    Liebe Frau von Consolati,
    “aus Liebe zum Erfolg” sich Fehler erlauben – das ist eine schöne Formulierung und entspricht auch vom Geist dessen, was in Failing Forward ausgedrückt wird. Da Fehler unvermeidlich sind, macht es keinen Sinn, aus Angst vor Fehlern im Nichtstun zu verharren, sondern stattdessen beherzt nach vorn zu gehen und durch die Fehler zum Erfolg gelangen.

  7. Doc Sarah:
    4. Mai 2009 um 20:33 Uhr

    “failing forward” ist ja ein unwiderstehlich humorig programmatischer titel – danke für die buchempfehlung!
    für mich definiere scheitern simpel als “change” – also den wechsel, den das leben (welchselbes ja bekanntermaßen klüger ist als wir ;-) ) gegenüber unseren plänen vorsieht. scheitern als vorsehung quasi. getreu meinem motto: changes are challenges and chances…
    vielleicht sollten wir das verb “gescheitern” nennen?!

  8. Dagmar von Consolati:
    4. Mai 2009 um 20:38 Uhr

    Hallo Doc Sarah,
    gescheitern: wie genial!
    Tja, Du hast wahrscheinlich Recht- das Alte System scheitert. Nicht wir. ;-)
    Liebe Grüße nach Düsseldorf!

  9. Monika Birkner:
    7. Mai 2009 um 20:20 Uhr

    Liebe Frau Dr. Schons,
    “gescheitern” finde ich genauso köstlich wie “failing forward”. Und Ihren Satz “changes are challenges and chances…” kann man sich immer wieder zu Gemüte führen. In wenigen Worten alles ausgedrückt.

  10. Monika Birkner:
    7. Mai 2009 um 20:24 Uhr

    Liebe Frau von Consolati,
    das ist auch ein interessanter Aspekt: Das alte System scheitert. Wenn es sich überlebt hat, ist es dann gescheitert? Oder hat es damit seine Erfüllung gefunden? Oh, ich glaube, wir stoßen noch auf tief-philosophische Fragen.

  11. Renate Schweyer:
    7. Mai 2009 um 22:00 Uhr

    “um ein gutes Schaf in der Herde zu sein, musst du
    nur ein Schaf sein”
    so, oder ähnlich, soll das Albert Einstein gesagt haben.
    Darauf hin habe ich meine persönliche Philosophie zum Scheitern entwickelt:

    als Schaf geboren, ein gutes Schaf geworden
    Verantwortung übernommen, das schwarze Schaf
    mit den Wölfen geheult, gelernt mit den Adlern
    zu fliegen, keine Angst vor dem Absturz,
    kann dann immer noch als Delfin in den Tiefen der Meere meine Nahrung und Spielkameraden finden.

    Und wenn am Ende doch alles für die Katz` war?
    Auch gut!
    Hunde haben Herren, Katzen haben Personal
    und sieben Leben!

    Mein Fazit: Niemals aufgeben, den Humor behalten und die Früchte der scheinbaren Niederlagen ernten, auf höherem Niveau scheitern.

  12. Monika Birkner:
    8. Mai 2009 um 09:08 Uhr

    Liebe Frau Schweyer,
    offenbar sind Sie keine graue Maus. Eher ein Paradiesvogel? Oder einfach eine lebenserfahrene Persönlichkeit? “Auf höherem Niveau scheitern” – das klingt wie eine gute Formel für ständiges Wachstum.

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