Wenn von “reich” die Rede ist, denken die meisten Menschen vermutlich an materiellen Reichtum. Doch damit schneiden sie sich von vielen anderen Formen des Reichtums ab, die letztlich eine Voraussetzung sind, damit sich materieller Reichtum manifestieren kann. Dieser Artikel soll anregen, sensibler auf unsere Sprache zu achten und dadurch bewusster zu werden, welcher Reichtum schon vorhanden ist.
Allerdings soll damit nicht die Dualität zwischen innerem und äußerem Reichtum gefördert werden. Gerade unter spirituell orientierten Menschen gibt es manchmal Tendenzen, äußeren Reichtum als „unspirituell” zu bewerten. Dem will ich hier nicht das Wort reden. Aus meiner Sicht kommt es immer darauf an, wie man den Reichtum erworben hat und was man damit macht.
Der immaterielle Reichtum ist insofern ein Wert an sich, der es verdient hat, gewürdigt zu werden und dass wir in unserem Denken und Sprechen sensibler dafür werden. Gleichzeitig ist er vielfach der „Rohstoff”, der sich in äußeren Reichtum transformieren lässt und es spricht nichts dagegen, diese Transformation auch vorzunehmen.
Hier eine Liste von Begriffen, die mir spontan zum Thema „Reichtum” eingefallen sind. Sie betreffen teilweise die eigene Person, teilweise äußere Ressourcen, die sich nutzen lassen:
- Ideenreich
- einfallsreich
- geistreich
- reich gesegnet
- reich an Erfahrungen
- inhaltsreich
- wortreich
- phantasiereich
- bildreich
- reichhaltiges Angebot
- erfolgreich
- reich an Talenten, Fähigkeiten, Gaben
- waldreich
- nährstoffreich
- vitaminreich
- ressourcenreich
Welche Begriffe fallen Ihnen noch ein? Welche Begriffe fehlen in unserer Sprache?
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8 Kommentare
Ich suche dann immer gerne nach Synonymen: synonyme.woxikon.de/synonyme/reich.php … und bin immer wieder fasziniert welche Begriffe dann zueinander in Verbindung stehen.
Ich verwende die Synonymsuche gerne als Art Inspiration für meine Arbeit.
Liebe Frau Birkner, mich erstaunt immer wieder, dass Sie auf den Punkt Themen ansprechen, bei denen ich denke: na klar, genau,.. und der Meinung bin, diese Themen latent in mir getragen zu haben… Immer wieder ist es reizvoll, Wörter und deren Zusammensetzungen genauer auf “der Zunge zergehen zu lassen”. Hier also zum Reichtum unseres Lebens und Daseins. Mir fielen dazu noch ein:
#reiche Ernte, sauerstoffreich, naturreich,kinderreich ( hier fehlt eine Rückbesinnung in der deutschen Sprache zur positiven Belegung dieses Begriffes), wasserreich, Kulturreichtümer (Plural= Vielfalt),gestenreich, reich gedeckter Tisch (wer würdigt das noch bewußt?) und zu ‘reiche Erfahrungen’ eine Steigerung: reicher Erfahrungsschatz (ein SCHATZ!!)
So angeregt gehe ich den Rest der arbeitsreichen! (wie schön) Woche mit positiven Gefühlen und Gedanken.
Liebe Frau Birkner,
ich stimme völlig mit Ihnen überein, dass es viele verschiedene Arten des Reichtums gibt. Demnach tut es sicher auch gut, das (eigene) Bewusstsein des Reichtums auszuweiten auf seine unterschiedlichen Arten.
Wie wär’s mit:
beziehungsreich,
facettenreich,
ahnungsvoll,
liebevoll,
phantasievoll,
geschmackvoll,
kunstvoll,
humorvoll,
sprachgewandt,
bildreich,
charaktervoll,
variationsreich…
Dazu fällt mir auch die Artenvielfalt ein: an Tieren, Pflanzen…
Und wenn man an unsere grauen Zellen denkt im Gehirn: die sind so unermesslich zahlreich wie Sterne im Universum….
Voilà! Reicher geht’s nicht..
Wow, da ist ja ein richtiger Reichtum an weiteren Begriffen zustande gekommen.
Danke, Herr Schmöllerl, für den Link. Den kannte ich noch nicht.
Liebe Frau Stallinger, wenn es mir gelingt, das auszudrücken, was andere latent in sich tragen, ist das für mich ein großes Kompliment. Genau das macht mir nämlich viel Freude. Aus Ihren Zusatzbegriffen hat es mir besonders der reiche Erfahrungsschatz angetan und auch die arbeitsreiche Woche finde ich sehr interessant, wobei ich merke, dass mir eine ergebnisreiche Woche noch besser gefällt.
Liebe Frau von Consolati, danke, dass Sie den Blick auch auf die Begriffe lenken, die einen Reichtum kennzeichnen, ohne dass sie dazu explizit “reich” enthalten müssten. Durch Ihren Vergleich “zahlreich wie Sterne im Universum” merke ich, wie solche Bilder noch einen ganz anderen Eindruck machen, als wenn man “zahlreich” isoliert benutzte.
Also alles in allem: Ich fühle mich reich beschenkt. Danke aus vollem Herzen.
Warum ist Reichtum oft so negativ belegt? Im AT steht bei Abraham (werde die Stelle gelegentlich mal raussuchen), dass der Mensch nach Reichtum streben soll.
Hallo Herr Lalk,
ich glaube, das ist ein Phänomen unserer Gesellschaft, das dringend der Revision bedarf.
Hallo Frau Birkner samt Manuel, Christine und Dagmar (in der Kürze nur die Vornamen), vielen Dank für die reichaltigen Denkanstöße! In meinen Seminaren zum Thema “Lokales Marketing” habe ich einen thematischen (Verdauungs-)Spaziergang zu “Persönliche Ausstrahlung – Charisma”; darin enthalten ist ‘Reichtumsbewusstsein’, für das ich nun wunderbares “Futter” erhalten habe. Vielen Dank!
Jochen Friedrich
Hallo Herr Friedrich,
wie schön! Ich wünsche Ihren Teilnehmern reiche Erkenntnisse bei diesen Spaziergängen.
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