Obwohl erst heute das neue Jahr beginnt, habe ich schon vor ein paar Tagen meinen neuen Kalender eingeweiht. Ja, ich gehöre zu den Menschen, die einen Papierkalender benutzen. Er muss handlich sein, damit er in die Handtasche passt. Außerdem muss er mir die gesamte Woche im Überblick zeigen. Und idealerweise ist sofort ein Stift beigefügt – noch idealer: ein Bleistift mit Radiergummi. Dieses Jahr ist mein Kalender pink und erfüllt alle diese Anforderungen. So weit, so gut. Die Gretchenfrage ist natürlich, womit dieser schöne und praktische Rahmen gefüllt wird. Vielfach – selbst bei Benutzern von ausgefeilten Zeitplansystemen – dient die Kalenderfunktion in erster Linie für externe Termine, also Termine mit anderen oder Termine, die sogar von außen vorgegeben sind.
Doch das bedeutet, die Arbeitszeit und das Leben zu einem großen Maße von äußeren Einflüssen bestimmen zu lassen. Im Extremfall kann es bedeuten, eigene Angelegenheiten immer wieder zurückzustellen.
Der neue Kalender bietet die Chance, für das vor uns liegende Jahr die Weichen von vornherein anders zu stellen. Folgende drei Maßnahmen können eine Menge bewirken, vor allem deswegen, weil sie eine andere Prioritätensetzung bedeuten:
1. Zeiten für sich selbst einplanen: Urlaubszeiten, Zeiten für persönliche Verabredungen oder Unternehmungen, die neue Energie geben, Zeiten für Stille, Kontemplation und Meditation.
2. Zeiten für eigene Projekte einplanen: Ob es der Webdesigner ist, der seine eigene Website noch nicht fertig hat, oder die Marketingberaterin, die mit ihrem eigenen Marketingplan hinterherhinkt – erstaunlicherweise sind gerade die Profis oft so mit Kundenprojekten beschäftigt, dass die eigenen Projekte zu kurz kommen. Das macht nicht nur einen schlechten Eindruck, sondern schadet auf Dauer auch dem Geschäft sowie – nicht zu vernachlässigen – dem Selbstwertgefühl. Festgelegte Zeiten für eigene Projekte – und sich daran zu halten – sorgen für eine ausgewogenere Balance.
3. Bei der Planung die eigene Produktivitätskurve berücksichtigen: Wer – wie ich zum Beispiel – morgens gern in aller Stille arbeitet (Schreiben, Konzeptarbeit etc.), sollte Kundentermine nach Möglichkeit erst am späten Vormittag beginnen lassen. Wer frühmorgens in Höchstform ist, um zu telefonieren, sollte diese Zeit auch dafür nutzen.
Wie gehen Sie mit Ihrem neuen Kalender um, sofern Sie überhaupt einen haben? Wie planen Sie Ihre Zeit? Was tun Sie für höchstmögliche Produktivität und Selbstbestimmung?
Alle 10 bis 14 Tage neu: Mein Business Transformation Letter.












7 Kommentare
liebe frau birkner, ich arbeite seit jahren mit einem kalendersystem ähnlich dem ihren, das sich für mich immer wieder bewährt. nachdem ich das in der zweiten hälfte des letzten jahres für ein quartal verschlamperte, gabs böse folgen. dieses jahr plane ich wieder konkret – und besonders, um zeit zu haben AM unternehmen zu arbeiten – nicht IM – das ist die effektivste methode für mich. mein “morgen-programm” ist mir wichtig und bleibt frei vom “aussen”… never start your day checking your emails….
Liebe Frau Dr. Schons,
“never start your day checking your emails” ist aus meiner Erfahrung eine der wichtigsten Voraussetzungen, um wirklich die unternehmerische Rolle wahrzunehmen zu können. Und das bedeutet u.a., genügend Zeit damit zu verbringen, AM Unternehmen zu arbeiten. Ich wünsche Ihnen für dieses Jahr grandiose weitere Fortschritte dabei.
Liebe Frau Birkner, auch ich schließe mich an und verweise gleich mal in meinem Blog auf Ihren Artikel! Auch ich führe einen praktischen, handlichen Papierkalender … die Woche übersichtlich vor mir, so daß ich Zeit für mich und meine Projekte eintragen kann … genauso unterstütze ich Doc Sarahs Aussage: never start your day checking your emails … Denn dann ist der Tag gelaufen und das Verzetterln beginnt und der Frust bleibt. Gutes Gelingen wünsche ich Ihnen für 2009.
Liebe Frau Birkner,
da ich Schreibwaren und Papier liebe und schon als Kind (neben Indianer und Cowboy) Büro spielte, habe auch ich natürlich Papierkalender.
Ursprünglich Time/system, bis ich eine preiswertere Variante bei memo entdeckte, die auch in die Spiralen passt. Der ist DIN A5 und liegt auf meinem Schreibtisch. Darin ist Platz genug, neben Terminen auch konkrete Vorhaben einzutragen und auf der linken Seite auch noch Genaueres zu notieren.
Für den Überblick und die Handtasche habe ich aber einen Taschenkalender auch von t/s, der für mich absolut ideal ist. Er ist sehr schmal, zeigt jeden Monat im Überblick – und da sehe ich eben auf einen Blick, wann ich Seminare habe, welche Termine ich habe – wenn ich neue verhandele. Der ist wichtiger für mich als der große.
Vor allem vorne der Gesamtjahresüberblick.Da male ich mit bunten Textmarkern, rot- Seminare, blau- Fortbildungen und grün – Urlaub und freie Tage.
In den Monatsüberblick male ich mit grünem Textmarker meine “Freien Tage”, ebenso die Urlaube, so dass sie von vorneherein blockiert sind.
Liebe Frau Schuseil,
liebe Frau Klein,
ich bin ganz überrascht, wie verbreitet der Papierkalender noch ist. Zeiten einzutragen, um die Werte zu bearbeiten – oder Perlen zu polieren, wie Sie, liebe Frau Schuseil es so schön ausdrücken, ist sicher wichtig.
Die Idee, auch Farben einzusetzen, um die verschiedenen Termine zu markieren, gefällt mir sehr gut, liebe Frau Klein.
Liebe Frau Birkner,
ich lese die Beiträge Ihrer Webseite immer wieder gerne und finde sehr oft Anregungen und Ideen darin.Super, weil sich ganz oft genau die passenden Anregungen für mich zeigen. Wie wir ja wissen, gibt es keine Zufälle
.
Ich bin auch immer wieder überrascht, wie viele Parallelen ich in der Arbeitsweise mit Ihnen finde. Dass Sie einen Papierkalender favorisieren, erstaunt mich deshalb überhaupt nicht. Ich werde schon seit Jahren manchmal komisch angeschaut, vor allem von IT-Kollegen, dass ich auf meinen moleskine in A5 bestehe.
Der ist für mich super, weil die Größe noch gut in die Handtasche passt, der Umschlag flexibel ist und ich auf der einen Seite die ganze Woche sehe und auf der gegenüberliegenden Seite ist Platz für ganz viele Notizen.
Das hat sich bewährt, weil ich mir da den Kopf entlasten kann mit ein paar erklärenden Worten, worum ging es da nochmal…?
Ausserdem gibt es ihn auch noch in einer Version, die über zwei Jahre geht, das finde ich ziemlich genial.
herzliche Grüße
Barbara Steldinger
Liebe Frau Steldinger,
schön, dass die Riege der Papierkalender-Benutzer(innen) immer größer wird. moleskine ist eine interessante Variante, mit der ich auch schon einmal ein Jahr verbracht habe.
Ein Trackback
[...] und Selbstbestimmung Monika Birkner beschreibt in ihrem Blog wundervoll wie sie ihren neuen Kalender 2009 handhabt. Sie nutzt wie ich einen handlichen, praktischen (altmodischen?) Papierkalender. Meiner [...]