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Motivierende Ziele, aber man kommt nicht in die Gänge
Von Monika Birkner | Dienstag, 24. Februar 2009
Die Ziele sind klar. Sie sind motivierend wie nie zuvor. Und dennoch kommt man nicht von der Stelle. Statt schnurstracks loszumarschieren, tritt man auf der Stelle, hat vielleicht sogar den Eindruck, zurück zu fallen. Was ist los? Hat man einen bislang verborgenen Defekt? Fehlt es an Willensstärke und Disziplin? Nein. Was sich hier zeigt, ist Widerstand.
Widerstand ist normal. Er tritt besonders dann auf, wenn etwas Neues beginnen soll, erst recht, wenn es um die Verwirklichung lang gehegter Träume geht.
Widerstand zeigt sich in verschiedener Weise: in unerklärlichen Unlustgefühlen, in Vermeidungsverhalten, in scheinbar unsinnigen Ablenkungen.
Widerstand hat etwas Gutes. Er zwingt uns, noch einmal genau hinzuschauen. Er fordert uns auf, die Vor- und Nachteile der geplanten Veränderung noch einmal abzuwägen gegen die Vor- und Nachteile des Status quo. Denn ja, auch dieser hat seine guten Seiten. Sonst hätten wir ihn längst hinter uns gelassen.
Wenn Widerstand dazu führt, dass man festzustecken scheint, ist Bewegung eine gute Methode, um stärker in Fluss zu kommen. Mit Bewegung ist Bewegung jeglicher Art gemeint:
- Körperliche Bewegung, ein Spaziergang, Joggen, Rad fahren, Tanzen…
- Bewegung in eine äußere Situation bringen, zum Beispiel einen Ordner neu aufteilen, eine Schublade aufräumen, den Ablagestapel einsortieren….
- Innere Bewegung, zum Beispiel die Gedanken bewusst auf etwas Anderes richten.
Wenn Widerstand sich in Ablenkungsmanövern zeigt, kann es hilfreich sein, sich feste Zeiten für das Neue einzuplanen und diese stur durchzuhalten. Wer beispielsweise ein Buch schreiben will, kann sich täglich zu einer bestimmten Uhrzeit hinsetzen und eine halbe oder eine Stunde lang schreiben, egal, wie gut das Ergebnis ist.
Weit verbreitet, aber völlig wirkungslos ist es, sich für den Widerstand auch noch zu kritisieren. Dadurch kommt man nur noch tiefer herein. Seien Sie lieber nett zu sich selbst.
Wenn es Ihnen wirklich ernst ist mit Ihrem neuen Ziel, wird der Widerstand irgendwann dahinschmelzen wie Schnee in der Sonne. Bis es soweit ist, lohnt sich ein Versuch mit den genannten Methoden.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Widerstand? Wann tritt er auf? Wie äußert er sich? Wie gehen Sie damit und mit sich selbst um?
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24. Februar 2009 um 17:28 Uhr
Der Widerstand steckt in mir selbst und läuft mit, wenn ich mich bewege, schläft mit, wenn ich mal drüber schlafen will, und wird von mir selbst aufs heftigste kritisiert. Das ist eine üble Situation, weil man mit sich selbst so schlecht diskutieren kann. Noch habe ich den Moment des Absprungs noch nicht gefunden.
24. Februar 2009 um 19:12 Uhr
wie war das gleich mit inkubation und prokrastination ?!
24. Februar 2009 um 20:44 Uhr
der widerstand tritt in den vielen kleinen ablenkugnen auf, die häufig von aussen kommen (sind das ablenkungsmanöver…?) hier und da sind ständig wichtige dinge zu erledigen. familiäre pflichten erfüllen gehören hier natürlich auch dazu. mal für eine kollegin einspringen in der hoffnung, das dabei etwas werbung für das eigene business abfällt. oder die zeit doch lieber für das buchprojekt nutzen? und bei so viel arbeit, habe ich mir doch ein bischen freizeit verdient..nur ein klitzkleines bischen trödeln…die anderen sitzen dann bestimmt an der verwirklichung ihrer ziele… ach und dann tut ein kleines nickerchen ja auch so gut….aber morgen, morgen ganz bestimmt! stehe ich eine stunde früher auf, oder setze ich mich lieber abends an den schreibtisch? nehme ich das laptop mit nach hause? und die ganzen bücher für die recherche? leide ich an ads (aufmerksamkeitsdefizitsyndrom)?
nein. aber sicherlich ist der mensch zuweilen von zu vielen möglichkeiten, nicht in der lage, abzuschätzen, wie, wann, was am effizientesten gemacht werden könnte.
ich gelobe besserung. jeden morgen auf`s neue…..
25. Februar 2009 um 12:15 Uhr
Liebe Monika Birkner,
oh ja – Widerstände kennt wohl jeder Mensch. Bei mir sind sie besonders oft und gern in der Form von “Vermeidungsverhalten” zu finden. Kommt ein neuer Job auf Tisch, dauert es manchmal Tage, bis ich endlich anfange, mich damit auseinanderzusetzen. Plötzlich sind alle Nebensächlichkeiten wichtiger – ich fange an zu Bügeln, die Wohnung aufzuräumen und ähnliche Dinge zu tun. Bis dann endlich der (Zeit-)Druck so groß wird, dass ich mir sage, jetzt muß es losgehen! Und dann passiert meist ein kleines Wunder: Kaum habe ich mich eine Stunde mit den neuen Dingen beschäftigt, ziehen sie mich in ihren Bann und die Post geht ab.
Der erste Schritt scheint also der schwierigste zu sein. Tragisch bei Akquisitionen, denn dann da ist der erste auch der entscheidende Schritt, dass überhaupt etwas passiert. “In die Gänge kommen” ist hier nahezu überlebenswichtig und bei Kleinbetrieben gerade in meiner Branche sehr oft das ganz große Problem.
Da bastele ich auch nach 16 Jahren Selbstständigkeit immer noch an Optimierungsmodellen…
Herzlichst aus Köln
Det Mueller
(PS: …und danke für Ihren schönen Kommentar)
25. Februar 2009 um 17:25 Uhr
Danke schön an Sie alle für Ihre Beiträge. Sie zeigen, in wie vielen Varianten dieses Phänomen auftaucht. Das Schöne ist in der Tat, dass man, wenn man erst einmal den Anfang gefunden hat, danach oft gut vorankommt.
Eine Strategie, die in bestimmten Situationen auch helfen kann, besteht darin, sich nur eine Viertelstunde vorzunehmen. Wenn man sie erfüllt hat, ist man zumindest ein Stückchen weiter gekommen. Und manchmal hat dann man sogar Lust, noch länger bei dieser Aktivität zu bleiben.