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Missverständnisse
Von Monika Birkner | Freitag, 22. Mai 2009
In einem Gespräch, das ich heute führte, fiel der Name eines Mannes. Nennen wir ihn Max Mustermann (nicht der richtige Name). Da mein Gesprächspartner und ich einen gemeinsamen Bekannten haben, der Max Mustermann heißt, nahm ich an, es sei von diesem gemeinsamen Bekannten die Rede. Später stellte sich heraus, dass mein Gesprächspartner noch einen weiteren Max Mustermann kennt, von dessen Existenz ich bis dato nichts geahnt hatte. Ein herzliches Lachen begleitete die Auflösung unseres Missverständnisses. Im Anschluss an das Gespräch ging mir durch den Kopf, wie leicht im Alltag doch Missverständnisse auftauchen können:
- Ein und derselbe Begriff kann je nach Kontext und Background unterschiedliche Bedeutung haben: Wenn ein Jurist „grundsätzlich” sagt, impliziert das mögliche Ausnahmen, während im allgemeinen Sprachgebrauch „grundsätzlich” vielfach mit „immer” gleichgesetzt wird. Ein Event-Manager versteht unter „Programm” etwas anderes als ein Softwareentwickler.
- In vielen Branchen gibt es Fachjargon, der von Nicht-Eingeweihten nicht unbedingt verstanden wird. Paradebeispiel dafür ist die IT-Welt. Doch auch in traditionelleren Branchen ist das der Fall. In meiner ersten Karriere als Rechtsanwältin hatte ich viele Fälle aus dem Bergbau. Um die dortigen Begriffe zu verstehen, brauchte ich fast ein eigenes Lexikon.
- Auch Unaufmerksamkeit kann Missverständnisse fördern. Flüchtigkeit beim Lesen oder Zuhören – und schon ist es geschehen.
Ich glaube nicht, dass sich Missverständnisse völlig vermeiden lassen, auch wenn der Versuch natürlich begrüßenswert ist. Wichtiger scheint mir, dass wir uns ständig der Möglichkeit von Missverständnissen bewusst sind. Damit vermeiden wir, dogmatisch zu werden und uns unserer Auffassung zu sicher zu fühlen.
Welche Beispiele für Missverständnisse fallen Ihnen ein? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was hilft Ihnen, Missverständnisse zu vermeiden?
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23. Mai 2009 um 12:06 Uhr
Oh ja… Da fällt mir sofort ein Mißverständnis ein, welches für zusätzliche Lachfalten sorgte:
Meine Cousine aus Dortmund war zu Besuch in Dresden und wir machten tagsüber die Einkaufsmeilen von Sachsens Hauptstadt unsicher. Während wir von einer Seite der Fußgängerzone auf die andere wechselten, fragte sie mich: “Sag mal, hab Ihr eigenlich auch Mango?” Ich antwortete:”Weißt Du, das ist wieder mal typisch. Wir haben Mango neulich aus dem Sortiment genommen. Und wie es immer so ist, wenn man etwas aus dem Sortiment nimmt, das kaum einer kaufen will, ergibt sich sofort danach eine Nachfrage. Erst gestern schrieb mich jemand an und fragte nach Mango. Das ist wie ein ungeschriebenes Gesetz…” Und ich redete und redete und brachte mehrere Beispiele, welche Sorten das bei uns betraf. Ihren zunächst interessierten Gesichtsausdruck, der aber nach dem zweiten Satz in einen verwunderten und später in einen amüsierten wechselte, hatte ich während des Antwortens irgendwie nicht wahrgenommen. Aber sie ließ mich lange sprechen, bis sie mir sagte: “Du, ich meinte eigentlich den Klamottenladen MANGO…”
Sehr viele Passanten schauten uns verwundert an, wegen unseres unkontrollierten Gelächters, nachdem das Mißverständnis aufgeklärt war.
Ja. Es sind manchmal einzelne Worte, mit denen verschiedene Menschen verschiedene Dinge assoziieren. Und solange wir kommunizieren, werden wir uns auch mißverstehen. Wünschenswert ist es natürlich, wenn wir unsere Fähigkeit zu kommunizieren unbedingt dafür nutzen, diese Mißverständnisse wieder aufzuklären.
Ich wünsch Ihnen und Ihren Lesern ein wunderschönes Wochenende, liebe Frau Birkner.
23. Mai 2009 um 14:37 Uhr
Liebe Frau Walther, Sie haben mich richtig angesteckt mit Ihrem Gelächter. Das ist so ein typisches Beispiel dafür, wie schnell Missverständnisse entstehen können. Wir neigen dazu, alles an unseren Bezugsrahmen anzupassen, bei einer Saftkelterei eben Früchte und Säfte, bei einem Ingenieurbüro technische Dinge.
Das Schöne an Missverständnissen dieser vergnüglichen Art ist, dass man anschließend gemeinsam darüber lachen kann. Lachen verbindet.
6. Juni 2009 um 15:21 Uhr
[...] Preis von 9,90 Euro ist sicher gut angelegt. Ein Missverständnis kann sehr viel teuer [...]