Monika Birkner

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Lücke im Personalmarkt besetzt – Flexible Arbeitsmodelle für hochqualifizierte Mütter / Interview mit Profiplaza-Geschäftsführerin Cornelia Sengpiel

Von Monika Birkner | Donnerstag, 12. November 2009

Ein Problem vieler Personalberatungen und –vermittlungen ist die mangelnde Unterscheidbarkeit. Aus Sicht des Kunden bieten sie mehr oder weniger die gleiche Dienstleistung. Anders ist es bei Profiplaza, einer innovativen Plattform, die  hochqualizierte Mütter und andere Frauen mit mitttelständischen und anderen Unternehmen zusammen bringt, welche Talente suchen und flexible Arbeitsmodelle anbieten.

Bisher hatten hochqualifizierte Frauen, die ihre Karriere zugunsten der Familie unterbrochen hatten oder in zeitlich reduzierter Form weiterarbeiten wollten, es schwer, wieder eine angemessene und mit ihren Familienpflichten vereinbare  Stelle zu finden. Umgekehrt sind gerade mittelständische Unternehmen bei der Suche nach Talenten benachteiligt. Dabei finden sich gerade dort Möglichkeiten flexibler Arbeitsgestaltung, die gerade für berufstätige Mütter interessant sind.

Doch wie finden Mütter und Mittelständler zusammen? Bisher war der Markt sehr intransparent. Profiplaza bringt beide Seiten zusammen und leistet noch mehr. Je nach Art der Mitgliedschaft können registrierte Frauen miteinander netzwerken, Informationen abrufen oder sich ganz gezielt mit Hilfe verschiedener Tools auf den nächsten Karriereschritt vorbereiten. Diesen Aspekt finde ich auch sehr interessant unter dem Gesichtspunkt des Geschäftsmodells.

Einige Fragen an Profiplaza-Gründerin Cornelia Sengpiel:

Monika Birkner: Frau Sengpiel, mit Profiplaza gehen Sie ganz neue Wege in der Personalvermittlung. Sie lösen brennende Probleme sowohl von mittelständischen Unternehmen wie auch von hochqualifizierten Frauen. Wie reagiert der Markt auf dieses  Angebot?

Cornelia1 Cornelia Sengpiel: Sehr positiv – von den   Kandidatinnen werden wir oft direkt und spontan zu unserem Konzept beglückwünscht. Das wäre vielleicht noch zu erwarten. Aber auch von Firmen-Seite bekommen wir viel Zuspruch.

Dabei spielt auch eine Rolle, dass viele Männer der nachwachsenden Generation in Führungspositionen die Thematik von ihren eigenen Ehefrauen kennen und auch wissen, dass dort viel Qualifikation und Potenzial brach liegt, was durchaus auch in Teilzeit sinnvoll wieder eingebunden werden kann. Das Verständnis wächst also auch auf Firmenseite.

Auch die demografische Entwicklung haben viele Unternehmen vor Augen und suchen entsprechend nach Möglichkeiten die sogenannten ‚unausgeschöpften Potenziale‘ – also zum Beispiel Frauen – stärker anzusprechen, selbst wenn die wirtschaftliche Krise dieses Jahr das etwas überdeckt hat.

Außerdem sind gerade kleine und mittelständische Unternehmen immer wieder positiv überrascht, welche tollen Profile sie von uns vorgestellt bekommen, teilweise mit einer Qualifikation und Expertise, die sie sonst als ‚Kleine‘ kaum im Konkurrenzkampf mit Großunternehmen am Personalmarkt für sich gewinnen könnten.

Monika Birkner: Können Sie ein konkretes Beispiel dafür nennen, wie ein flexibles Arbeitsmodell für eine hochqualifizerte Mutter in der Praxis funktioniert?

Cornelia Sengpiel: Natürlich kann ich ein Beispiel nennen, möchte aber zunächst einmal darauf hinweisen, dass es kein Patent-Rezept oder Standard-Modell gibt, dass man einfach kopieren kann.

Das beste Modell ist immer noch die individuelle Vereinbarung zwischen Mitarbeiterin und Arbeitgeber, mit der angestrebt wird, die Bedürfnisse von beiden Seiten zu berücksichtigen. Das könnte dann zum Beispiel die 60%-Stelle sein, in der 2 feste Tage pro Woche als Präsenzzeit im Büro vereinbart werden und die restliche Wochenarbeitszeit je nach Bedarf und vorheriger Absprache (z.B. in der Vorwoche) an anderen Tagen als Bürozeit oder Home-Office-Arbeitszeit geregelt wird. Zusätzlich wird vereinbart, ob bestimmte Kontaktzeiten am Abend zum Beispiel über E-Mail möglich sind.

Ich bin immer wieder davon angetan, wie kreativ und flexibel teilweise Teilzeitmodelle gestaltet werden, vorausgesetzt beide Seiten wollen es wirklich, gehen aufeinander zu und haben auch ein gewisses Maß an Kompromissfähigkeit.

Monika Birkner: Sie nehmen entsprechend qualifizierte Frauen nicht nur in Ihre Datenbank auf, sondern bieten ihnen über eine Mitgliedschaft in verschiedenen Varianten auch Möglichkeiten, sich auf den nächsten beruflichen Schritt vorzubereiten. Was bieten Sie genau und wie zahlen sich diese Angebote für die Frauen aus?

Cornelia Sengpiel: Unsere Kandidatinnen sind ja alles sehr gut ausgebildete und erfahrene Frauen, die gewohnt sind eigenständig zu handeln und zu entscheiden. Daher haben wir verschiedene Angebote ausgearbeitet, aus denen die Frauen je nach ihrer aktuellen Situation und ihren individuellen Bedürfnissen selbst auswählen können. Dazu gehört z.B. ein Vorbereitungsfragebogen für Wiedereinsteigerinnen oder für Umsteigerinnen, die eine Änderung der beruflichen Laufbahn anstreben, Themenmodule zu Bewerbung, Gehalt etc., aber auch eine Liste von ausgewählten Karriere-Coaches oder Angebote zu Bewerbungstrainings, Seminaren etc.

Die Frauen profitieren davon, indem sie sich gut vorbereitet fühlen, wissen was ihre Kompetenzen und Stärken sind, die sie einbringen möchten, aber auch selbstbewusst ihre (z.B. zeitlichen) Limitationen kennen. So können sie zielgerichtet und vor allem überzeugend in Gespräche mit potentiellen Arbeitgebern gehen. Uns liegt auch daran, dass sie die Perspektive der Arbeitgeber einnehmen können, nämlich dass diese eine Qualifikation oder bestimmte Persönlichkeitsmerkmale suchen und einfordern, aber nicht jemanden nur aufgrund des Faktors ‚Teilzeit‘ einstellen.

Monika Birkner: Gibt es schon weitere Pläne, über die Sie an dieser  Stelle sprechen können?

Cornelia Sengpiel: Wie schon erwähnt, sind viele unserer Kunden fast schon überrascht über die beeindruckenden Lebensläufe unserer Kandidatinnen. Um diese Qualifikationen, Berufserfahrungen, größtenteils auch Projektleitungs- oder Führungserfahrung unserer Kandidatinnen für die Unternehmen noch greifbarer und besser zugänglich zu machen, werden wir Anfang nächsten Jahres einen weiteren Schritt machen, über den ich dann gerne zum gegebenen Zeitpunkt noch einmal berichte.

Monika Birkner: Frau Sengpiel, vielen Dank für das Interview.  Auf Ihre weiteren Pläne bin ich schon sehr gespannt.

Hier noch einmal der Link:

www.profiplaza.de

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