Seit kurzem bin ich ja auch bei Twitter. Und ich merke schon jetzt, wie dieses Medium sich auf den Alltag auswirkt. Im Grunde könnte man sich den ganzen Tag dort aufhalten, kommen doch ständig neue Nachrichten herein. Doch es gibt ja schließlich noch ein Leben außerhalb von Twitter und Co. Wie schafft man es, aktiv zu twittern und trotzdem andere berufliche und private Ziele nicht zu vernachlässigen? Wie verhindert man, dass Twitter zur Sucht wird? Zwölf Möglichkeiten sind mir spontan eingefallen, wobei die eine oder andere davon durchaus „politisch nicht korrekt” sein mag. Ich erwähne sie trotzdem.
1. Eine klare Intention für den Tag haben, statt sich vom Nachrichtenstrom in Twitter steuern zu lassen. Besser noch: eine klare Intention für das ganze Leben haben, aus der sich die Zielsetzungen des einzelnen Tages ableiten lassen.
2. Eine klare Intention für Twitter haben: Weshalb nutze ich Twitter, was will ich dadurch für mich und andere erreichen?
3. Die Zeit bei Twitter zeitlich begrenzen, notfalls einen Timer stellen.
4. Sich zugestehen, einmal nicht alle Tweets gelesen zu haben (Zusatz für die Twitter-Abstinenten: so nennt man die Beiträge bei Twitter). Anders ausgedrückt: mit der Angst leben lernen, möglicherweise etwas Wichtiges versäumt zu haben
5. Sich über Direct Messages, E-Mail oder einen anderen Kanal mit Menschen austauschen, die einem besonders wichtig sind, und das Gruppengezwitschere zeitweise ignorieren.
6. Nur relevante Tweets veröffentlichen, nicht jedes private Detail. Wen interessiert es wirklich, was jemand zum Frühstück gegessen hat, es sei denn, dass sich daraus die Empfehlung eines attraktiven Frühstückscafés oder eines neuen Müslirezeptes ergibt, das auch für andere interessant ist.
7. Seinen eigenen Wert nicht an der Anzahl der Followers messen, sondern in sich selbst finden.
Damit dürfte für manchen die Zahl der zu lesenden Nachrichten drastisch sinken.
8. Nur solchen Twitteren folgen, die einen wirklich interessieren. Es gibt keinen Zwang zur Gegenseitigkeit. Hier dürfte ein ähnliches Ergebnis wie beim vorherigen Vorschlag eintreten.
9. Sich zwischendurch (fast hätte ich geschrieben: zwitscherdurch) mit realen Menschen treffen und tiefe Gespräche führen, sich aufeinander einlassen, statt sich im 140-Zeichen-Modus zu verständigen.
10. Sich ab und zu die Frage stellen: Wovon lenkt man sich durch Twittern ab? Was stünde sonst an? Was ist der geheime Vorteil, das nicht anzugehen, was sonst anzugehen wäre?
11. Bewusst Zeiten pflegen, in denen man mit sich allein ist, zum Beispiel Meditationspausen, Atemübungen, Bewegungspausen.
12. Und wenn alles nicht hilft: Eine Gruppe der Anonymen Twitterholics gründen, sofern es eine derartige Gruppe noch nicht gibt.
Welche weiteren Anregungen gibt es?
Alle 10 bis 14 Tage neu: Mein Business Transformation Letter.












10 Kommentare
Also, ich twittere noch nicht und mir ist auch vor allem überhaupt noch nicht klar, was es bringt. Auch das Rüberklicken zu Ihrem Link hat mir nicht wirklich weiter geholfen, sondern mich nur verwirrt.
Abgesehen davon, dass ich erst mal wirklich denke, dass da noch etwas ist, was meine Zeit nimmt, ich komme schon längst mit den Blogs nicht durch, die ich gerne alle lesen würde.
Also, was ist der Sinn und Nutzen von Twitter? Kann das irgendjemand kurz erläutern?
Hallo,
ich denke über den Sinn und Unsinn von Twitter läßt sich trefflich streiten. Die einen lieben und Nutzen ihn (z.B. als Marketing-Tool oder als Kommunikationsmedium), die anderen stehen im skeptisch gegenüber – unsere Kommunikation ist doch schon eh immer restriktiver.
Richtig ist sicher, dass das Mirkoblogging (denn nichts anders ist Twitter ja), zur Zeit gerade einen Hype erlebt. Gut daran zu erkennen, das Zusatzdienste und Tools en masse in der Web 2.0 Welt erscheinen.
Ich persönlich denke, dass Twitter eben eine weitere Möglichkeit ist im Web 2.0 zu kommunizieren. Aber auch hier gilt, was ich während meiner Infodiät in meinem Blog beschrieben habe – Ich stelle mir die Frage: Bringt mich diese Tätigkeit meinen Ziele näher?
In diesem Sinne fröhliches twittern.
Mario Carla
Liebe Frau Birkner, schon zwitschern wir eifrig beim Microblogging und Sie haben 12 Punkte gezaubert, damit wir uns nicht zuviel zumuten. Ich stimme Ihnen in allen Punkten zu und mache selbst hier langsam und will Gestalterin meiner Zeit bleiben. Auch bei Twitter. Mario Carlas Infodiät finde ich dabei ganz genial … ich erinnere mich immer wieder an die Menschen in meinem Bekanntenkreis, die weder bloggen noch twittern. Auch für sie will ich präsent sein – ganz live. Viele Grüße. Petra Schuseil
Liebe Frau Klein,
ich denke, Twitter ist perspektivisch sehr wichtig in Zusammenhang mit der Gesamtentwicklung zum Web 2.0. Da ich derzeit noch voll in der Erprobungsphase bin, ist es für eine konkrete Antwort auf Ihre Frage für mich noch zu früh.
Sehr geehrter Herr Carla,
die Frage, die Sie stellen, ist natürlich die Kernfrage.
Ich möchte sie allerdings noch ein bisschen umformulieren: Wie kann ich Twitter (oder andere Medien) nutzen, um meinen Zielen näher zu kommen?
Denn es gibt ja viele Möglichkeiten, Twitter und andere Medien einzusetzen.
Liebe Frau Schuseil,
genau deshalb habe ich Punkt 9. aufgeführt.
Danke für Ihren aufschluss- und geistreichen Kommentar. Aber kann man nicht einfach nur mal Spass haben???
Hallo Herr Tewes,
natürlich kann man auch einfach nur mal Spaß haben. Es geht immer um das Maß bei allen Dingen, finde ich.
Guten Morgen Frau Birkner,
wie Sie schon gesehen haben, bin ich inzwischen auch eingestiegen nach der Lektüre des tollen Buchs, das Sie empfohlen hatten.
Noch stehe ich staunend und verstört da – und blicke noch herzlich wenig. Genau das, wann ich denn wie diese Mengen lesen soll, viele der Meldungen verstehe ich auch erst mal gar nicht. Ist sicher auch gewöhnungsbedürftig.
Wie oft gehe ich auf die Seite etc.
Aber in einer Woche fliege ich ja in die Türkei und da kann ich dann abends ein bisschen zwitschern – oder auch nicht
Eine wunscherschöne Woche wünsche ich allen
Zamyat M. Klein
Liebe Frau Klein,
am Anfang ist es gewöhnungsbedürftig, das stimmt. Aber wenn Sie entspannt im Urlaub sind, können Sie sich in Ruhe damit befassen.
Ein Trackback
[...] wie bei allen anderen Onlinediensten auch. Monika Birkner führt 12 Gegenmaßnahmen auf, die Twitter auch das Zeitfresser-Potenzial [...]