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Die Kunst der richtigen Mitarbeiter-Auswahl
Von Monika Birkner | Dienstag, 24. März 2009
Über dieses Thema ließen sich ganze Bücher schreiben. Ich will heute einen speziellen Aspekt herausgreifen, der für viele Unternehmer und Führungskräfte ein harter Brocken ist. Viele neigen nämlich unbewusst dazu, Mitarbeiter auszuwählen, die ihnen ähnlich sind. Man ist schnell warm miteinander, man kann sich leicht verständigen. Alles scheint einfach.
Doch diese Methode hat einen nicht zu unterschätzenden Nachteil. Man multipliziert damit auch seine eigenen Schwachstellen. Wenn jemand, der selbst sehr kreativ ist und Mühe hat, eine Struktur zu finden, eine Person auswählt, die ebenso kreativ ist, entstehen noch viel mehr Ideen und an der Umsetzung hapert es weiterhin. Wenn ein reiner Zahlenmensch jemanden einstellt, der ebenfalls nur an Zahlen und Fakten orientiert ist, wird man sich gemeinsam weiter im bisherigen Fahrwasser bewegen, ohne dass neue Impulse entstehen.
Die Kunst der Mitarbeiter-Auswahl besteht darin, jemanden zu selektieren, der das eigene Profil ergänzt.
Das setzt natürlich voraus, dass man sich des eigenen Profils bewusst ist. Über einen sehr interessanten Ansatz, die eigenen Stärken zu erkennen, habe ich hier gepostet.
Das setzt weiter voraus, den anderen oder die andere realistisch einschätzen zu können und sich der Gefahren bewusst zu sein, die durch den ersten Eindruck entstehen. Jemanden, der einem selbst ähnlich ist, mag einem spontan besonders sympathisch sein, so dass alle weiteren Eindrücke durch diese Brille gefiltert werden.
Die Zusammenarbeit mit jemandem, der das eigene Profil ergänzt, ist nicht immer einfach. Beispielsweise können die Kommunikationsstile sehr unterschiedlich sein. Wer als höchst kreativer Chef mit einem reinen Zahlenmenschen zusammenarbeitet, kann vielleicht mit einem Paket von umfangreichen Excel-Tabellen wenig anfangen. Visualisierungen können hier eine Brücke bilden oder die Bitte, dass die wichtigsten Ergebnisse auf einem Deckblatt zusammen gefasst sind. Eine sehr strukturiert arbeitende Vorgesetzte mag von einer Mitarbeiterin irritiert sein, die ganz spontan agiert und mit jeder neuen Idee sofort zu ihr stürzt. Hier kann ein Weg sein, feste Besprechungstermine zu vereinbaren, in denen alles abgehandelt werden kann, oder der Mitarbeiterin einen Freiraum zu gewähren, um bestimmte neue Ideen auf eigene Faust zu realisieren. Manche Großunternehmen geben beispielsweise den Produktentwicklern ein bestimmtes monetäres oder zeitliches Budget für eigene Ideen.
Hilfreich ist, sich immer wieder die Zielsetzung bewusst zu machen und dann gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie beide dazu beitragen und beide sich gegenseitig unterstützen können. Die Zielsetzung ist in meinen Augen, dass beide Seiten in einem größtmöglichen Maße die Möglichkeit haben, die eigene Einzigartigkeit zu leben, damit selbst erfolgreich zu sein und andere erfolgreich zu machen.
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24. März 2009 um 13:14 Uhr
Leider beobachte ich gerade in Konzernen, dass DIE Mitarbeiter die Firma verlassen, die eigentlich das Profil ergänzen würden und neue JA-Sager eingestellt werden.
Mitarbeiter, die wissen was sie können und die auch ihr eigenes Profil auch nicht unterdrücken lassen, sind leider auch so selbstbewußt, dass sie bei nicht ‘artgerechter’ Behandlung, sprich Unterdrückung des Profils und Kontrolle +Mißtrauen, schnell den Arbeitgeber wechseln.Es lohnt sich also wirklich, diese Mitarbeiter zu halten. Es ist zwar anstrengend, aber sehr fruchtbar.
26. März 2009 um 10:54 Uhr
Ja, diese Erfahrung kenne ich auch. Mittlerweile glaube ich, dass die Konzernwelt für solche Mitarbeiter nicht das richtige “Biotop” ist.