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Die Geschichte von den drei Männern
Von Monika Birkner | Mittwoch, 18. März 2009
Es war einmal ein Unternehmer, der sich viele Sorgen machte. Nennen wir ihn Sorgenvoll. Nachts schlief er nicht mehr richtig, was seine Sorgen noch verstärkte. Tagsüber machte er sich so viel Sorgen, dass er kaum noch zu seiner unternehmerischen Aufgabe kam. Eines Tages traf Sorgenvoll einen anderen Unternehmer. „Wie geht’s?” fragte Sorgenvoll in der Erwartung, schlechte Nachrichten zu erfahren. Doch die Antwort des zweiten Unternehmers, nennen wir ihn Visionarissimo, fiel ganz unerwartet aus „Ich habe bahnbrechende Ideen” berichtete dieser stolz. „Seit Monaten schon befasse ich mich mit nichts anderem mehr als mit diesen Ideen.” „Und wie weit Sie schon damit gekommen?” wollte Sorgenvoll wissen.
„Nun, ich denke nach”, sagte der Andere. „Bei solchen bedeutenden Themen darf man nichts überstürzen.” In dem Moment kam ein weiterer Mann des Weges. Realistico wurde er genannt, vielleicht wegen seiner Eigenart, ständig nach den Fakten zu fragen. Als er Sorgenvoll und Visionarissimo zusammen stehen sah, lachte er. „Da haben sich ja die Richtigen gefunden” rief er aus. Die anderen beiden sahen ihn fragend an, was er damit meine.
„Ihr habe beide das gleiche Merkmal”, erläuterte er. „Ihr bleibt in Eurer Gedankenwelt, egal, ob es um Sorgen oder um Visionen und Träume geht. Doch damit kommt Ihr nicht weiter. Das Einzige, was weiterhilft, ist ein Realitäts-Check. Tut etwas. Prüft die Fakten. Entscheidet aufgrund dieser Informationen, wie Ihr weiter gehen wollt”. Mit diesen Worten verabschiedete sich Realistico.
Es war, als ob die anderen beiden nur auf diesen Hinweis gewartet hätten. Sie trennten sich und strebten eilends ihren Büros zu. Angeblich hat man beide Männer noch am selben Tage bei der Überprüfung ihrer Sorgen beziehungsweise Ideen gesehen.
Soweit diese kleine Geschichte.
Welche Bewandtnis hat es damit? Sie soll auf einen Fehler hinweisen, den viele Menschen machen. Sie bleiben in ihrer Gedankenwelt gefangen. Der Sorgenvolle lässt sich von seinen Ängsten vereinnahmen. Der Ideenreiche schwelgt in seinen Ideen, ohne in die Umsetzung zu kommen. Was beiden fehlt, ist der Realitäts-Check.
Der Realitäts-Check trägt oft dazu bei, dass Ängste, die sich mehr und mehr aufgebaut haben, sich auf ein normales Maß reduzieren. Gleichzeitig werden Ansätze deutlich, wie man ihnen begegnen kann.
Für Träumer und Visionäre bedeutet der Realitäts-Check, dass es in die Prüfung der Umsetzung geht. Dabei kann manch eine Idee wie eine Seifenblase zerplatzen, weil sich herausstellt, dass sie nicht in der ursprünglichen Form umgesetzt werden kann. Doch auch hier ergibt sich aus diesen Erkenntnissen eine neue Informationslage, die weitere Schritte möglich macht.
Ein Realitäts-Check kostet Mut. Nicht umsonst spricht man davon, sich der Realität zu stellen. Doch der Lohn ist weit größer als das Risiko. Der Lohn besteht darin, dass es vorwärts geht. Hinzu kommt das befriedigende Gefühl, die Dinge zumindest ein Stück weit in der Hand zu haben. Ein Coaching kann übrigens beim Realitäts-Check unterstützen.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit einem Realitäts-Check?
Meine aktuellen Angebote:
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19. März 2009 um 15:19 Uhr
[...] Frau Birkner; die es immer wieder schafft, meine Neugierde auf neue Geschäftsbereiche zu lenken und mich zu hinterfragen. Danke! [...]
19. März 2009 um 21:56 Uhr
Danke schön für diese Ehrung.
19. März 2009 um 23:23 Uhr
..fürs Umsetzen heißt es dann wohl: sich am besten ins Realisieren verlieben und damit auch mal den einen oder anderen Kratzer, sprich Fehler wegstecken. Nachdem man aus ihm gelernt hat, (hoffentlich ) die Richtung ändern.
Hat sich das schon rumgesprochen?
Es gibt ja, laut Kybernetik, keine Fehler sondern nur Feedback.
Den Herrn Sorgenvoll kenne ich auch ganz gut. Ebenso den Herrn Visionarissimo. Jetzt müssen sie sich den Platz mit dem Realistico teilen.
Liebe Frau Birkner,
Durch so eine Metapher lernt es sich leichter als durch einen theoretischen Text. Finde ich.
danke für Ihr wundervolles modernes Märchen, das so schön zeigt, wie wir ticken. Ich habe mich jedenfalls darin wieder erkannt.
20. März 2009 um 20:51 Uhr
Liebe Frau von Consolati,
danke für Ihr Feedback. “Sich ins Realisieren verlieben” – eine wundervolle Wortschöpfung, echt von Consolati. Und wer weiß, ob nicht aus der ersten Verliebtheit die große Liebe wird…
21. März 2009 um 22:18 Uhr
also, drei männer brauch ich nicht wirklich – wenngleich ich diese fabel genial finde… –
– und: ungecoacht soll mensch nicht schlafen gehen
“der kopf ist rund, damit das denken die richtung wechseln kann” (picabia) – und “denken und tun, tun und handeln” (goethe) – zugegeben auch zwei männer, die ich hier zitiere – sind motti von mir.
wer immer sich zwischen den “herren” ver(w)irrt: ein wachstumstag kann da bekanntlich viel ausrichten
22. März 2009 um 18:37 Uhr
Liebe Frau Dr. Schons,
die beiden Motti passen sehr gut zueinander.
Meine nächste Geschichte hat eine weibliche Heldin