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Der tägliche Konflikt zwischen den eigenen Zielen und den Anforderungen anderer
Von Monika Birkner | Donnerstag, 9. April 2009
Viele scheinbaren Zeitmanagementprobleme sind in Wirklichkeit Wertekonflikte. Ein tpyischer Wertkonflikt ist der Konflikt zwischen dem Wunsch, seine eigenen Ziele und Aufgaben zu erfüllen, und dem Wunsch, anderen zu helfen oder von anderen gut angesehen zu werden. Dieser Konflikt führt beispielsweisedazu, dass man
- nicht “Nein” sagen kann – oder besser: nicht “Nein” sagen mag – , wenn jemand anders ein Anliegen an einen heranträgt
- Termine mit anderen penibel einhält, aber Termine in eigenen Angelegenheiten bedenkenlos über Bord wirft
- eigene Arbeiten erst in den späten Abendstunden in Angriff nimmt, weil man den ganzen Tag lang für andere da war.
Wie lassen sich solche Konflikte lösen?
Sicher lassen sie sich nicht pauschal lösen. Das Wertesystem jedes Menschen ist unterschiedlich. Hinzu komen situative Einflüsse.
Ein wichtiger Schritt ist schon einmal, sich der zugrunde liegenden Werte bewusst zu werden, statt sich unentwegt selbst zu kritisieren, weil man kein gutes Zeitmanagement praktiziert.
Worum geht es genau?
- Um die Anerkennung durch andere?
- Um das Gefühl, gebraucht zu werden?
- Um die Freude, anderen zu helfen?
- Um die Befriedigung, selbst gesteckte Ziele erreicht zu haben?
- Um die Befriedigung, am Ende des Tages die to-do-Liste abgehakt zu haben, und das damit verbundene Erfolgserlebnis?
- um noch etwas ganz anderes?
Wenn man auf diese Weise herausgefunden hat, warum man so handelt, wie man handelt, lassen sich bewusstere Entscheidungen treffen.
- Sind diese Werte, die bisher unbewusst das Verhalten geprägt haben, nach wie vor die Werte, die man tatsächlich leben möchte?
- Sind es die eigenen Werte oder Werte, die man von anderen übernommen hat?
- Schließen sich die Werte aus oder lassen sie sich miteinander versöhnen und wenn ja, wie?
Wenn man diese Grundsatzfragen gelöst hat, ist das Zeitmanagement möglicherweise gar kein großes Thema mehr.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit Wertekonflikten der beschriebenen Art?
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10. April 2009 um 10:33 Uhr
Liebe Frau Birkner,
da schließe mich Ihnen an: das Erforschen der eigenen Motive ist ein wichtiger Schritt. Wir treffen ja ständig eine Wahl – mal mehr mal weniger bewusst. Sage ich Ja zu dem einen, ist das auch ein Nein zu etwas anderem. Und umgekehrt. Hoffentlich sind es liebevolle Gedanken, die uns zu dem einen oder dem anderen Schritt bewegen.
Mir persönlich ist es oft schwer gefallen Nein zu jemandem zu sagen. Aber mit innerem Nein etwas zu tun, bringt nur Ärger für alle Beteiligten. Also denke ich mir “Ein Nein ist immer auch ein Ja für etwas anderes.”
Ich wünsche Ihnen sonnige Feiertage.
Annja Weinberger
Kommunikationsberaterin und Autorin
10. April 2009 um 21:06 Uhr
Liebe Frau Weinberger,
der Satz “Ein Nein ist immer auch ein Ja für etwas anderes.” kann eine große Hilfe in Entscheidungssituationen sein. Danke für den Hinweis.
11. April 2009 um 09:26 Uhr
Liebe Frau Birkner,
ein wichtiger Punkt, der mir auch in meinen Zeitmanagement- Seminaren immer begegnet ist. Ich kann nur vernünftig “Prioritäten” setzen, wenn ich meine Ziele klar habe – und diese leiten sich von meinen Werten ab.
Diese sind wirklich vielen Menschen nicht bewusst-und zum Teil auch widersprüchlich. Vor allem sind es nicht immer klare Entscheidungen.
Das scheint mir der wichtigste Schritt zu sein: sich dessen bewusst zu sein und sich dann klar zu entscheiden. Damit hört dann auch das “Jammern” darüber auf, dass man bestimmte Dinge nicht gemacht hat. Man hat sich eben anders entschieden!
(Habe gerade einen aktuellen Fall im Kopf
. Daher vielleicht etwas heftig formuliert).
Schöne Ostertage wünsche ich Ihnen
Zamyat M. Klein
13. April 2009 um 21:02 Uhr
Liebe Frau Klein,
bei vielen Menschen sind darüber hinaus die Werte, die sie nennen, wenn sie danach gefragt werden, andere Werte als die, die sie tagtäglich leben. Seine Werte genau zu überprüfen, lohnt sich auf jeden Fall.