Monika Birkner

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David Allen (Getting Things Done) kommt nach Europa

Von Monika Birkner | Donnerstag, 12. Februar 2009

Im Februar kommt David Allen nach Europa.Am 19. Februar hält er ein Seminar in Amsterdam GTD Making It All Work, in dem die Grundlagen des Getting Things Done-Ansatzes erläutert werden. Am 24. Februar findet ein Seminar in London statt, bei dem es mehr um die Implementierung geht. Der Titel ist GTD Mastering Workflow.

Ich selbst werde zu keinem der beiden Seminare fahren. Denn in der letzten Zeit haben sich die Bedenken, die ich vor einigen Monaten in Bezug auf die GTD-Methode geäußert habe, noch verstärkt. Die vollständige Erfassung aller Aufgaben hat ihre Vorteile. Doch verführt das System dazu, im Abhaken der Aufgaben den Erfolg zu sehen. So sinnvoll es ist, seine Dinge erledigt zu bekommen, so ist mir dieses System doch zu operativ ausgerichtet. Das ist sicher für Menschen wichtig, die in erster Linie operativ tätig sind, möglicherweise sogar zu einem großen Maß fremdgesteuert. Doch für Menschen, die ihr eigenes Leben leben wollen, speziell auch für Unternehmer, ist die wichtigere Frage, was sie denn eigentlich erreichen wollen. Statt eifrig ihre Listen abzuarbeiten, ist es für sie vielleicht viel wichtiger, andere zu finden, die das für sie tun und sich selbst den Kopf für strategische Aufgaben freizuhalten. Das GTD-System verbietet das nicht. Aber es verführt zum operativen Eifer.

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4 Leserkommentare zu “David Allen (Getting Things Done) kommt nach Europa”

  1. Doc Sarah:
    12. Februar 2009 um 19:35 Uhr

    als ich dereinst auf die OP-tafel schrieb: “operative hektik erstetzt geistige windstille” wurde mein vertrag nicht verlängert… ;-) – so wurde aus der karriere chirurgin die ganzheitsmedizinerin, die ich jetzt bin. trotz allen operationalismus: GTD hat mir zwei einsichten beschert: 1. alles, was ich in 3 minuten erledigen kann, mach ich sofort (und mein team jetzt auch), 2. nicht zu viele “lose enden” baumeln lassen… also konsequentes abarbeiten. das schafft raum und zeit für kreativität und strategie….

  2. Monika Birkner:
    12. Februar 2009 um 21:41 Uhr

    Liebe Frau Dr. Schons,

    ja, die “losen Enden” – die nehmen Energie. Die 3-Minuten-Regel ist in der Tat sehr hilfreich.

    Letztlich gehört beides zusammen: Die Strategie und das Abarbeiten.

  3. WHAKATE:
    4. April 2009 um 08:10 Uhr

    Diese Meinung teilen wir auch. Wir nehmens der Thematik “GTD” an und betrachten auch andere “Productivity Systems”. Gefährlich bei GTD ist auch die Tatsache, das viele Anwender dazu geneigt sind, Ihre Aufgaben in eine Ablage/ in ein Verzeichnis zu verschieben und somit das Problem nur zu verlagern. Totzdem fühlen sich dann viele wohler, denn Sie haben ja eine “inbox-Zero”.

  4. Monika Birkner:
    4. April 2009 um 15:23 Uhr

    @whakate: Danke für den Kommentar. Ich habe für mich auch entdeckt, dass ich zwar mehr Listen geschrieben habe, aber nicht unbedingt mehr erledigt habe. Derzeit experimentiere ich mit einem anderen Ansatz, mit dem ich deutlich produktiver bin. Ich will aber erst noch weitere Erfahrungen sammeln, bevor ich dazu etwas schreibe.
    Unabhängig davon kann Inbox-zero schon an sich einen Wert haben, weil man erstens neue Mails schneller überblickt und zweitens sich nicht von der Vielzahl der Mails erschlagen fühlt, sobald mein sein Mail-programm öffnet.

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