Monika Birkner

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Coaching in Krisen und Umbruchzeiten

Von Monika Birkner | Dienstag, 26. Mai 2009

„Wie können wir unsere Kunden (und uns selbst) so stärken, dass sie (und wir) die Wirtschaftskrise meistern können?” lautet die Frage, zu der Claudia Frey eine Blogparade ausgerufen hat, die noch bis zum 30. Mai läuft. Ein spannendes Thema. Mehrere Aspekte fallen mir dazu ein.

In Krisen und Umbruchzeiten kommen bisherige Lebens- und sonstige Modelle ins Wanken oder stürzen ganz in sich zusammen. Was bisher galt, ist nunmehr nicht mehr gültig.

Doch Menschen reagieren unterschiedlich darauf. Manche Menschen fokussieren sich auf äußere Ergebnisse, zum Beispiel möglichst schnell einen neuen Job zu finden und blenden emotionale und sonstige innere Aspekte mehr oder weniger aus. Andere erleben Krisen und Umbruchzeiten als Möglichkeiten zum inneren – und daraus folgend dann auch äußeren – Wachstum bis hin zu neuen spirituellen Erfahrungen. Natürlich gibt es noch viele Varianten dazwischen.

Und alles ist ok. Menschen sind unterschiedlich. Und sie brauchen unterschiedliche Coaches. Der erstgenannte Typus braucht jemanden, der oder die sich auf die handwerkliche Seite der Jobsuche konzentriert. Der zweitgenannte Typus braucht jemanden, der oder die eigene Wachstums- und Transformationserfahrungen hat, der oder die eigene Erfahrungen auf dem spirituellen Weg hat und dabei unterstützen kann, durch die Erfahrungen mit der Krise ein anderer Mensch zu werden – um es etwas plakativ auszudrücken – und aus diesem neuen Bewusstsein heraus neue Lösungen zu entwickeln. Und auch auf Seiten der Coaches gibt es zwischen diesen beiden Polen natürlich viele weitere Varianten bis hin dazu, das gesamte Spektrum abzudecken.

Je besser wir als Coaches eigene Erfahrungen mit Krisen und Umbruchzeiten verarbeitet haben, desto wertvoller sind wir für unsere Klientinnen und Klienten. Sich als Coach selbst coachen zu lassen, kann dabei sehr hilfreich sein.

Zusätzlich hilfreich ist es, wenn wir den Klienten und Klientinnen außer dem klassischen Coaching-Setting weitere Instrumentarien anbieten können. Das ist einer der Gründe, weshalb ich das Coachingprogramm Business, Money and Soul entwickelt habe. Es dient dazu, gerade in Zeiten wie diesen unternehmerisch und spirituell voran und auf eine neue Ebene zu kommen und sich und sein Business neu zu erfinden. Tiefe innere Arbeit wird verbunden mit Arbeit am Geschäftsmodell, an der Positionierung und an Marketingstrategien. Hinzu kommt die Kraft der Gruppe.

Letztlich hängt sehr viel davon ab, wie wir selbst einer Krise gegenüberstehen und welches Vertrauen ins Leben wir haben. Ich habe in meinem früheren Leben als Personalchefin viele Restrukturierungen durchführen müssen und vielen Menschen die Nachricht überbringen müssen, dass sie ihren bisherigen Arbeitsplatz verlieren. Ich habe aber in der Zeit auch erlebt, dass manchmal gerade die Mitarbeiter, um die wir uns die meisten Sorgen machten, relativ schnell wieder neue Perspektiven fanden und manches Mal sogar später sagten, die Kündigung sei das Beste gewesen, was ihnen passieren konnte.

Was mein eigenes Leben betrifft, ist mir immer deutlicher geworden, dass alles, was geschieht, als Lernerfahrung gedacht ist und dass wir jederzeit auf unsere innere Führung  vertrauen können, die uns über unsere Intuition den nächsten Schritt zeigt.

Im idealen Coaching trifft sich meine Intuition mit der Intuition des Klienten beziehungsweise der Klientin. Es kann Neues entstehen und wir beide gehen gestärkt aus dem Coaching hervor. Die Krise war dann dafür der Humus.

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2 Leserkommentare zu “Coaching in Krisen und Umbruchzeiten”

  1. Dagmar von Consolati:
    27. Mai 2009 um 07:34 Uhr

    Liebe Frau Birkner,

    Sie beschreiben in Ihrem aktuellen Artikel Aspekte, des Coaching, die ich wichtig finde. Z. B. dass es unterschiedliche Arten gibt, auf Krisen zu reagieren. Sicherlich sind sie auch je nach Lebensphase unterschiedlich. Gut ist auch, keines der Wachstums- und Entwicklungsmodelle zu werten sondern ihnen ihren eigenen Stellenwert zu lassen.

    Besonders hat mich Folgendes angesprochen: “…..und dass wir jederzeit auf unsere innere Führung vertrauen können, die uns über unsere Intuition den nächsten Schritt zeigt……”

    Ich halte es für eine Kunst, dann auch entsprechend handeln zu können.
    Intuition ist wahrscheinlich DAS Mittel, mit dem man auf die Komplexität heutiger Informationen schnell und passend reagieren kann. Und sie braucht auch ‘Schulung’, im Sinne von Training.
    Wann schalte ich den Kopf ein, wo ist er eher störend?

    Und diese Erfahrung durfte ich schon öfter machen:
    “…. trifft sich meine Intuition mit der Intuition des Klienten beziehungsweise der Klientin…..” auf beiden Seiten. Das ist eine starke Potenzierung der Kräfte.

    Danke für Ihren inspirierenden Text!

  2. Monika Birkner:
    28. Mai 2009 um 16:05 Uhr

    Liebe Frau von Consolati,

    Menschen, ihre Bedürfnisse und ihr Umgang mit Krisen sind eben unterschiedlich. Da sehe ich keinen Anlass, irgendeine Wertung vorzunehmen.

    Intuition halte ich für ein immer wichtiger werdendes Navigationsinstrument. Sie muss allerdings, wie Sie auch schreiben, geschult werden. Dabei kann der Kopf durchaus eine konstruktive Rolle spielen, um zu Beispiel zu überprüfen, welche Ergebnisse sich zeigen, wenn man bestimmten Signalen folgt. Denn nicht jedes Signal ist echte Intuition. Der Kopf kann also beitragen, das die Intuition klarer wird.

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