Monika Birkner

« Lange Links leserfreundlich kürzen | Startseite | Klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit? »

Abschied vom Traumjob

Von Monika Birkner | Dienstag, 19. Mai 2009

Turbulente Zeiten bringen es mit sich, dass mancher schöne Traum zerplatzt. Das kann auch den Traum vom Traumjob betreffen oder – auf unternehmerischer Ebene – vom Traumunternehmen. Und damit kann ein großer und wichtiger Wachstumsschritt verbunden sein – der Schritt vom „alles soll nach meinen Wünschen gehen” zur Anerkennung der tieferen Weisheit des Lebens und Kooperation mit dem Leben.

Wenn man die berufliche Entwicklung von Menschen über die Jahre verfolgt, zeichnen sich in vielen Fällen verschiedene Stufen ab:

Diese drei Stufen müssen nicht in jedem Leben vorkommen und lassen sich auch nur bedingt einzelnen Altersgruppen zuordnen. Es wird zahlreiche Ausnahmen und unscharfe Übergänge geben. Doch sie sollen für diesen Beitrag als Orientierungsrahmen dienen.

Stufe 1: Karriere

In der ersten Phase geht es darum, seinen Platz in der Berufswelt und auf dem Markt zu finden. Äußere Merkmale spielen eine große Rolle: Geld, hierarchischer Rang, Titel und andere Statussymbole. Anerkennung von außen ist wichtig.

Mit den Jahren spüren viele, dass äußerer Erfolg alleine nicht die gewünschte Befriedigung bringt. Nicht selten sind Kollateralschäden zu beobachten wie zum Beispiel private oder gesundheitliche Probleme.

Stufe 2: Suche nach dem Traumjob

Damit beginnt die Suche nach dem Traumjob, der Erfolg und  Erfüllung verbindet, in dem mehr vom eigenen Potenzial gelebt werden kann, der Sinn stiftet. Diese Suche ist weit verbreitet, wie sich an der Vielzahl der Berater und Bücher ablesen lässt, die Unterstützung bei dieser Suche versprechen. Es gibt viele Menschen, die auf diesem Weg beglückende Erfahrungen gemacht haben. Und es gibt andere, die ihren Traumjob immer noch nicht gefunden haben.

Erfüllung kann nicht von außen kommen

Unabhängig davon, wie die Suche nach dem Traumjob verlaufen ist, ist damit nicht unbedingt die letzte Stufe erreicht. Sondern es kann noch eine weitere Entwicklung geben. Denn eins der Probleme mit dem Traumjob ist, dass nach wie vor die Befriedigung von außen gesucht wird. Dass man vom Job oder Unternehmen erwartet, dass er oder es einen glücklich macht. Damit wird man von äußeren Umständen abhängig, was im Grunde nicht viel anders ist als auf der ersten Stufe, selbst wenn die Qualität der Arbeit eine andere ist, zum Beispiel viel sinnerfüllter.

Menschen, die auf dem spirituellen Weg sind, kennen dieses Problem möglicherweise auch aus anderen Zusammenhängen, zum Beispiel Beziehungen oder Gesundheit. Im Laufe des Lebens lernen viele, dass Glück und innere Zufriedenheit unabhängig von äußeren Umständen sind, sondern dass die Quelle dafür in ihnen selbst liegt.

Wir können dem Leben nicht unsere Wünsche diktieren

Das kann dazu führen, auch zur Arbeit, egal ob  im Rahmen einer Anstellung oder einer unternehmerischen Tätigkeit, ein neues Verhältnis zu gewinnen und sie nicht mehr als entscheidend für Glück und Zufriedenheit zu betrachten. Damit ist nicht gemeint, sich gar keine Gedanken mehr zu machen oder gar keine Wünsche mehr zu haben. Wünsche sind durchaus noch möglich und sogar sinnvoll, weil sie noch ungelebte Potenziale anzeigen. Doch in dieser Phase wird das Leben nicht mehr als Jobagent betrachtet, der einem den Traumjob zu präsentieren hat.

Stattdessen kann die Weisheit des Lebens anerkannt werden. Es ist möglich, mit dem Leben zu kooperieren, sich vom Leben zu dem Platz führen zu lassen, wo man den besten Beitrag leisten kann. Indikatoren können besondere Talente und Fähigkeiten sein. Indikatoren können auch bestimmte Erfahrungen sein, unter Umständen sogar traumatische Erfahrungen. Zunehmend spielt nicht mehr nur das Tun eine Rolle, sondern auch das Sein.

Ein Beispiel für die Wege des Lebens

Louise Hay, deren Bücher millionenfach verkauft wurden und die durch ihre Arbeit unzähligen Menschen geholfen hat, erlebte eine schwere Kindheit in ärmlichen Verhältnissen und mit Missbrauchserfahrungen. Mit 15 Jahren war sie schwanger. Später arbeitete sie als Model und heiratete einen Geschäftsmann, der sie nach 14 Jahren wegen einer anderen Frau verließ.

Diese Erfahrungen führten sie zur Beschäftigung mit der Kraft des positiven Denkens. Als sie an Krebs erkrankte, nutzte sie ihre eigenen Methoden, um sich zu heilen, und vermittelt diese Methoden seitdem an Millionen von Menschen. Darüber hinaus hat sie mit Hay House einen erfolgreichen Verlag aufgebaut, der zahlreiche Bestseller-Autoren betreut, und hat zwei Non-Profit-Organisationen gegründet, die sich der Unterstützung notleidender Menschen in verschiedenen Gebieten widmet.

Wäre all das möglich gewesen ohne die schweren Erfahrungen ihres Lebens? Wäre all das möglich gewesen, wenn sie resigniert hätte? Stattdessen hat sie mit dem Leben kooperiert und aus dem, was das Leben ihr bescherte, Gutes und Großes entstehen lassen.

Stufe Nr. 3: Wie kann ich dienen?

Sie ist dabei auch sehr wohlhabend geworden. Doch in einem Interview mit ihr, das ich vor einiger Zeit las, sagte sie, dass sie nie in erster Linie an Geld interessiert war, sondern immer nur gefragt habe „How can I serve?”

Genau diese Qualität ist es, die die dritte Stufe ausmacht. Sie ist verbunden mit der Bereitschaft, die eigenen Wünsche und Interessen zurückzustellen, ohne dabei allerdings in eine Märtyrerhaltung zu verfallen, sondern aus dem tiefempfundenen Wunsch heraus, sich dem Leben zur Verfügung zu stellen, in Einklang zu sein mit dem, was das Leben für einen bereit hält.

13-Wochen-Coachingprogramm

Um diese Qualität geht es auch in meinem neuen Coachingprogramm „Business, Money and Soul”, das über 13 Wochen geht und sich an Unternehmer richtet, die für diese neue Stufe reif sind. Das Coachingprogramm beginnt mit einem Gruppencoaching per Telefon „Was will durch mich in die Welt kommen? – Zielfindung auf andere Art und Weise”. In den folgenden Wochen konkretisieren wir das. Wir arbeiten nicht nur auf der persönlichen Ebene, sondern auch an der Entwicklung individueller Geschäftsmodelle. Start des Programms ist am 04. Juni 2009. Weitere Einzelheiten sind hier zu lesen.

Tweet this! | Twitter-Link: http://blog.monika-birkner.de/89u | Kategorien: Allgemein, Persönliches Wachstum, Unternehmenswachstum

7 Leserkommentare zu “Abschied vom Traumjob”

  1. Karriere - Traumjob - Dienen » THL - Coach & Berater aus Dresden, Sachsen:
    19. Mai 2009 um 21:12 Uhr

    [...] Kommen Klienten innerhalb einer dieser Phasen, geht es meist um Optimierung. Kommen Sie in den Übergangszeiten, geht es um (Neu-) Orientierung. Hier geht’s zum Artikel von Monika Birkner: Abschied vom Traumjob. [...]

  2. Mcarla:
    20. Mai 2009 um 11:35 Uhr

    Hallo Frau Birkner,

    ich denke, dass das Leben uns all das zurückgibt, was wir uns wünschen, manchmal ist es aber so, dass wir nicht genug hinhören oder schauen.

    Was der Sinn unseres Lebens ist erschließt sich uns nicht auf den Stufen eins oder zwei, sondern erst auf der dritten Stufe. Um diese Stufe zu erreichen müssen wir aber erst die Herausforderungen der vorherigen Stufen meistern.

    Wie ich immer so schön sage: Unser Leben unternehmen.

    LG Mario Carla

  3. Monika Birkner:
    20. Mai 2009 um 17:00 Uhr

    Hallo Herr Lemke,
    ich freue mich, dass Sie diese Erfahrungen teilen.

  4. Monika Birkner:
    20. Mai 2009 um 17:51 Uhr

    Lieber Herr Carla,

    ich denke, dass wir mit jeder Stufe, mit jedem jahr, mit jedem Tag ein Stückchen mehr entdecken. Das Ganze ist ein Prozess, keine einmalige Entdeckung. Indem wir uns dem immer wieder neu stellen, was das Leben für uns bereit hält, wachsen die Erkenntnisse.

  5. Petra Schuseil:
    26. Mai 2009 um 04:03 Uhr

    Hallo liebe Frau Birkner, ein sehr interessantes und kontroverses Thema … auch nicht einfach. Die eigene Erfüllung liegt oft so nah. Einerseits musste ich an das Buch von Dr. Sprenger denken “Mythos Motivation”, das ich schon mit jungen Jahren gelesen habe. Mich hat fasziniert, dass ich allein verantwortlich bin für meine Motiviation, meinen Weg, meine Gedanken … für meine Zeit, die ich habe und die ich mir nehme, für das was mir wichtig ist.

    Die eigene Erfüllung finden … den Traumjob haben … gestern wurde in DW-TV über Wellness auf Bali berichtet und gestresste Urlauber gezeigt, die einen anderen Rhythmus für sich finden, eine Aussteigerin, die mal gar keine Pläne und Stress erleben will.

    Die eigene Erfüllung liegt tatsächlich in uns selbst. In dem, was wir schon gemacht haben in unserem Leben, in dem was, wir noch tun wollen. In der Genius-Arbeit, die ich anbiete, erlebe ich immer wieder, dass meine Coachees ganz glücklich “wegziehen”, wenn sie erkennen, was sie bereits alles in ihrem Rucksack haben. Welche Schätze in ihnen liegen … Die eigene Profession, der eigene Genius stärkt unser Selbstvertrauen und unser Tun … die Sehnsucht vermindert sich. Denn es ist schon alles da und angelegt. Das finde ich so tröstlich. Es braucht allerdings Zeit und Raum, sich hierüber Gedanken zu machen, in die Ruhe zu kommen, nachzuspüren, sich Fragen zu beantworten …. Herzliche Grüße aus Hongkong. Petra Schuseil

  6. Monika Birkner:
    26. Mai 2009 um 21:41 Uhr

    Liebe Frau Schuseil,
    in die Ruhe zu kommen – auch dabei hilft ja Ihre Arbeit. Mögen Ihre Klienten noch vieles Schöne in ihren Rucksäcken entdecken.

  7. Aus einer Schwäche Umsatz machen | Monika Birkner:
    1. Juni 2009 um 07:30 Uhr

    [...] eine gute Weise Geld zu verdienen. Eine derartige Denkweise ist auch das, was ich in meinem Beitrag Abschied vom Traumjob meine, wenn ich die dritte Stufe beschreibe, wo man sich nicht in erster Linie an eigenen Wünschen [...]

Leserkommentar schreiben