Kampf gegen innere Widerstände

Gestern ging es um Widerstand. Heute habe ich dazu im Buch “The War of Art” von Steven Pressfield geblättert. Dieses Buch befasst sich mit dem Kampf gegen innere Widerstände. Anders, als der Titel suggerieren mag, bezieht es sich nicht nur auf Kunst, sondern auf Vorhaben jeglicher Art.

Besonders gefallen haben mir folgende Zitate (frei übersetzt):

“Wir irren uns, wenn wir denken, wir seien die einzigen, die mit Widerstand kämpfen. Jeder, der einen Körper hat, erlebt Widerstand.

“Prokrastination (Aufschieberitis) ist die am meisten verbreitete Manifestation von Widerstand, da sie am leichtesten zu begründen ist. Wir sagen uns selbst nicht “Ich werde meine Symphonie niemals schreiben”. Stattdessen sagen wir “Ich werde meine Symphonie schreiben; allerdings fange ich erst morgen damit an”.

“Wenn Widerstand nicht besiegt werden könnte, gäbe es keine Fünfte Symphonie, kein “Romeo und Julia”, keine Golden Gate Bridge. Widerstand zu besiegen, ist wie ein Kind zu gebären. Es erscheint absolut unmöglich, bis man sich daran erinnert, dass Frauen es – mit und ohne Hilfe – seit fünfzig Millionen Jahren erfolgreich getan haben.”

In seinem Buch erzählt Pressfield auch, wie der Schriftsteller Somerset Maugham einmal gefragt wurde, ob er nur schreibe, wenn er inspiriert sei. Somerset Maugham antwortete “Ich schreibe nur, wenn die Inspiration mich berührt. Glücklicherweise tut sie das jeden Morgen pünktlich um neun Uhr”.

Damit ist ein wichtiger Punkt berührt, den ich auch oft erlebt habe. Wenn man sich vorbereitet und ans Werk begibt, ganz egal, was es ist, kommen Ideen und Unterstützung von irgendwo her. Wenn man hingegen wartet, bis alles stimmt, kann man lange vergeblich warten.

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6 Kommentare

  1. Erstellt am 25. Februar 2009 um 21:45 | Permanent-Link

    meine letzten comments blieben in der moderationsschleife hänagen – weil ich links einfügte?! nun, dann hier ein comment ohne links – konrad kalppheck ist jeden morgen pünktlich ins atelier gefahren…… und produzierte inspirierte kunst… (selbst)disziplin ist ein nicht zu unterschätzendes gut….

  2. Monika Birkner
    Erstellt am 26. Februar 2009 um 18:08 | Permanent-Link

    Liebe Frau Dr. Schons,
    danke schön für dieses interessante Beispiel. Der Begriff “(Selbst-)Disziplin” wirkt auf manche Menschen abschreckend. Doch letztlich wirkt (Selbst-)Disziplin befreiend,in der Kunst, im Business, auf dem spirituellen Weg …

  3. Erstellt am 26. Februar 2009 um 19:29 | Permanent-Link

    feste zeiten für die “kern-arbeit” (auch ein schönes bild – ein kern ist ja konzentration an und in sich..) schaffen mehr freiräume … für wachstum, blüte und früchte ;-)

  4. Bettina Ramm
    Erstellt am 27. Februar 2009 um 11:48 | Permanent-Link

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Besonders schön fand ich den Satz: “Wenn man sich ans Werk begibt, kommen Ideen und Unterstützung von irgendwo her.” Das macht Mut, mehr zu vertrauen, auch in Dinge, die man nicht versteht. Ich habe das schon oft erlebt, dass die Dinge leichter gehen, als ich dachte, wenn man sie nur beginnt. Und das Schicksal (oder wer oder was auch immer) die fehlenden Puzzleteile dann nach und nach zuspielt.

  5. Monika Birkner
    Erstellt am 27. Februar 2009 um 17:03 | Permanent-Link

    Liebe Frau Dr. Schons,
    danke schön für diesen Hinweis. Bisher habe ich bei Kernarbeitszeiten eher an Stechuhren gedacht. Meine Vergangenheit als Personalleiterin hat wohl zu einer gewissen déformation professionelle geführt :-)

    Dass der Kern etwas ganz Organisches ist, aus dem Blüten und Früchte wachsen, wird mir gerade erst klar.

  6. Monika Birkner
    Erstellt am 27. Februar 2009 um 17:07 | Permanent-Link

    Liebe Frau Ramm,
    ich glaube, dass viele Menschen diese Erfahrung machen. Sie sind sich dessen nur nicht immer bewusst. Wenn man bewusst darauf achtet, welche Hilfe das Schicksal (oder wer oder was auch immer) ständig zukommen lässt, ist es gar nicht mehr so schwer, Vertrauen zu entwickeln.

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