Getting Things Done (GTD) – was haben Unternehmer und sonstige kreative Menschen davon?

Als Revolution des Zeitmanagements wird sie häufig beschrieben – die von David Allen entwickelte Methode “Getting Things Done”, kurzerhand auch GTD genannt. Seine Beispiele stammen häufig aus der Welt der Großunternehmen. Was bringt GTD für Unternehmer und sehr kreative Menschen?

Die Methode selbst soll hier nicht noch einmal im Detail beschrieben werden, da sie inzwischen erstens recht bekannt ist und im Internet schon vielfach dargestellt wurde. Stellvertretend sei hier der Überblick bei Wikipedia genannt.  Für den hiesigen Raum gibt es auch eine deutsche Version seines Buches mit dem Titel “WIe ich die Dinge geregelt kriege”.

Als Ziel seiner Methode nennt David Allen, entspannte Kontrolle zu erleben. Das bedeutet, einen lückenlosen Überblick über alle anstehenden Aufgaben und Projekte zu haben und in jedem Moment zu wissen, wie das aktuelle Zeitfenster bestmöglich genutzt werden kann, um alles das zu erledigen, was zu erledigen ist. Für Unternehmer und sehr kreative Menschen, die sich auf diese Methode einlassen wollen, stellen sich einige besondere Herausforderungen.

Risiko, sich im Operativen zu verzetteln

Eine Gefahr der Methode besteht darin, sich im “Kleinkram” zu verheddern. Für Unternehmer ist das eine große Gefahr. Einer der Antriebe, um unternehmerisch tätig zu sein, ist das Realisieren eigener Ideen und Projekte. Wenn man den ganzen Tag damit beschäftigt ist, auf Anfragen und Anforderungen von außen zu reagieren, bleibt das Eigene womöglich öfter auf der Strecke, als gut tut.

Wichtig ist daher, eigene, selbst gewählte Projekte und das Reagieren auf äußere Impulse in eine angemessene Balance zu bringen. Wer den Tag mit etwas beginnt, das den eigenen Prioritäten entspricht, hat schon einmal einen guten Start. E-Mails können in der Regel warten (s. dazu auch mein früherer Beitrag Never Check E-Mails in the Morning).

Umgekehrt kann die Gewissheit, dass nichts vergessen wird, weil alle Aufgaben sorgfältig dokumentiert sind, erst den Kopf richtig frei machen, um sich den wichtigen Projekten konzentriert zu widmen.

Kann ein fremdes System den individuellen Anforderungen genügen?

Viele unternehmerisch aktive Menschen sind Individualisten und zudem oft sehr kreativ. Sich einem fremden System unterzuordnen, kann als Beschneidung der eigenen Kreativität erlebt werden.

Aus meiner Sicht ist es ok, GTD mit eigenen Elementen zu mixen. Allerdings  – und das ist eine wichtige Voraussetzung – muss die Lückenlosigkeit des Systems gewährleistet sein. Das heißt, dass es immer einen vollständigen Überblick gibt, was alles ansteht und die Sicherheit, zur richtigen Zeit daran erinnert zu werden. Wie das gelingen kann, beschreibt der Beitrag von Zamyat M. Klein.

Wie den Überblickbehalten bei zu vielen Ideen?

Ein weiteres Problem vieler unternehmerisch tätiger und sehr kreativer Menschen ist es, dass sie ständig neue Ideen entwickeln – oder diese einfach auftauchen – und jede noch so schöne Planung damit schnell zunichte gemacht wird.

Sehr hilfreich für solche Menschen empfinde ich die Inkubationsliste (auch als “eines Tages/vielleicht”bezeichnet). HIer können alle Ideen erst einmal gesammelt werden. Das verschafft ein sehr beruhigendes Gefühl. Denn normalerweise haben Ideen die Eigenschaft, sich sehr schnell wieder zu verflüchtigen. Auf der Inkubationsliste können sie reifen.

Ebenfalls sehr wichtig gerade für Kreative erachte ich das wöchentliche Review. Dadurch werden die “losen Enden” aufgenommen und ein neuer Überblick entsteht. Ich selbst führe oft sogar noch ein Zwischen-Review Mitte der Woche durch. Dieses Review hilft auch, die weitere Zeit sinnvoll zu planen und gegebenenfalls neue Verabredungen mit anderen – und genauso wichtig: mit sich selbst – zu treffen.

Fazit: GTD ist eine sehr hilfreiche Methode. Wichtig ist allerdings gerade für unternehmerisch tätige und sehr kreative Menschen, sie mit den eigenen Bedürfnissen in Einklang zu.bringen. Letztlich gilt das für jedes System. Ein System – welcher Art auch immer – soll uns dienen, nicht uns versklaven.

Übrigens habe ich zu dieser Methode ein Telefonseminar durchgeführt. Der Mitschnitt nebst ausführlichen Begleitunterlagen ist für 29,95 Euro zzgl. ges. MWSt bei mir erhältlich. Schreiben Sie einfach an mailtoømonika-birkner.de.

Alle 10 bis 14 Tage neu: Mein Business Transformation Letter.

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7 Kommentare

  1. Erstellt am 27. Juli 2008 um 14:39 | Permanent-Link

    Liebe Frau Birkner,
    zu Ihrem neuen Blog gratuliere ich Ihnen. Es ist übersichtlich, ein gutes Design und passt einfach gut zu Ihnen.
    Zu GTD: Ich arbeite schon länger mit der Methode und für mich ist es ideal und ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Positiv deshalb, weil die Arbeit in Projekte eingeteilt ist und es immer die nächsten Schritte beinhaltet. Zudem finde ich es gut, mir zum Beispiel vor einem Termin mit einem Kunden das bestmögliche Ergebnis vorzustellen und zu visualisieren.
    Positiv auch, dass ich den Überblick mit den Kundenkontakten und den Projekten bewahre. Allerdings erfordert GTD Disziplin. Jeder, der sich dazu entschließt, empfehle ich das Büro samt Schubladen, Ablagen, Dokumenten, Visitenkarten etc. zunächst komplett entrümpeln. UND: GTD ist nur dann effektiv, wenn man dranbleibt!
    Der innovativ.in Business-Club Partner Wolff Horbach hat für GTD eine Software entwickelt, mit der ich arbeite und wenn Ihre Blogleser daran interessiert, geben wir gerne den kostenlosen Zugang zu dem Programm.

  2. Erstellt am 27. Juli 2008 um 23:29 | Permanent-Link

    Das Tolle an dieser Methode ist auch, dass es dazu eine Menge nützlicher Tools gibt, die David Allen auf seiner Website www.davidco.com zur Verfügung stellt. Vieles lässt sich anpassen und muss auch den individuellen Bedürfnissen angepasst werden, da haben Sie völlig recht!

  3. Monika Birkner
    Erstellt am 28. Juli 2008 um 11:32 | Permanent-Link

    Liebe Frau Wiegand,
    danke schön für Ihren Kommentar zu meinem neuen Blog und Ihre Ausführungen zu GTD. Ich füge einfach mal den Link zu innovativ-in an (www.innovativ-in.de/blog/) sowie zum Blog von Wolff Horbach (www.faktor-g.de/). Ich selbst bevorzuge die Papier-Methode, doch für alle anderen, die gerne Software nutzen, ist Ihr großzügiges Angebot sicher interessant.
    Herzliche Grüße
    Monika Birkner

  4. Monika Birkner
    Erstellt am 28. Juli 2008 um 11:32 | Permanent-Link

    Hallo Herr Apell,
    danke für Ihren Hinweis. Die Seite von David Allen ist in der Tat eine Fundgrube.
    Herzliche Grüße
    Monika Birkner

  5. Erstellt am 7. August 2008 um 13:56 | Permanent-Link

    Hallo Frau Birkner,

    ich bin kürzlich auch mit der GTD-Methode in Berührung gekommen. Zu viele Gedanken, zu viele Ideen im Kopf verursachen unbewusst viel Stress. Und das Unterbewusstsein schafft immer. Die Folge schlechtes bis gar nicht Abschalten.
    GTD entlastet mein Hirn mit den Erinnerungshilfen, die regelmäßig auf Termin lege, ungemein. Es beruhigt und die gerade anstehenden Aufgaben werden gewissenhaft und konzentrierter abgearbeitet.
    Hierzu auch mein Blog-Beitrag unter www.selbst-und-staendig.de

  6. Erstellt am 31. Oktober 2008 um 22:45 | Permanent-Link

    Hallo Frau Birkner,

    einen schönen, informativen Blog haben Sie da. Ihr Design ist mir sehr vertraut: weiß mit rot und roten Rollover-Elementen…

    Was ich immer wieder erstaunlich finde: Menschen, welche Selbstmanagement-Techniken am dringendsten nötig hätten, eignen sich häufig am wenigsten für deren nachhaltige Anwendung. Das schien mir schon vor 13 Jahren so, als ich meine Diplomarbeit über das Thema geschrieben habe.

    David Allen bringt viele schöne Ansätze und dennoch ist die Umsetzung im Alltag die große Herausforderung. Verhalten und Gewohnheiten zu verändern ist auf dem Weg über den Willen häufig schwierig. Neuerdings nutze ich bei meinen Kunden hypnotherapeutische Verfahren und mache damit ganz gute Erfahrungen.

    Eine nette Ergänzung zu GTD finde ich die angepasste Variante von Leo Babauta (zenhabits.net) ZTD (Zen to Done). Das E-Book habe ich mir heute gekauft und werde ein bisschen damit herum probieren.

    Sehr gefreut habe ich mich über Ihren Hinweis, das Nützliche zu nutzen und in den eigenen Produktivitätsstil zu integrieren. Im Sinne von Steve de Shazer (oder war es Watzlawick? Erickson?): “Gut ist was funktioniert. Wenn etwas nicht funktioniert, dann probiere etwas anderes.”

    Ganz herzlich kollegiale Grüße
    Martin Wedgwood

  7. Monika Birkner
    Erstellt am 4. November 2008 um 11:19 | Permanent-Link

    Hallo Herr Wedgwood,
    danke schön für Ihren Kommentar. Zen to Done gefällt mir auch gut. Und das Zitat (ich weiß im Moment auch nicht genau, von wem es ist)ist in meinen Augen ein vorzügliches Wachstumsrezept.
    Herzliche Grüße
    Monika Birkner

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